EKD-Bevollmächtigter ruft Bundesregierung zu entschiedenem Klimaschutz auf

„Der Klimaschutz verdient unser Engagement“

29. November 2010

Logo der EKD Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prälat Bernhard Felmberg, hat die Bundesregierung aufgerufen, zusammen mit den europäischen Partnern verstärkt auf ein weltweites, rechtlich-verbindliches Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll hinzuarbeiten. Im Blick auf die 16. Weltklimakonferenz, die am heutigen Montag in Cancun/Mexiko beginnt, sagte Felmberg: „Das Scheitern der Klimakonferenz von Kopenhagen vor einem Jahr erweist sich jetzt schon als Unglück. Wissenschaftler setzen die Kosten des Klimawandels durch das Zögern inzwischen viel höher als ursprünglich befürchtet an.“

Der Prälat wies auf den Beschluss der EKD-Synode vom 10. November hin, wonach bis 2020 in der Europäischen Union 30 Prozent weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden sollen. Der deutsche Ausstoß solle um 40 Prozent verringert werden. Die Bundesregierung habe diese Reduktion um 40 Prozent ohnehin schon im Koalitionsvertrag vereinbart. Daher sei es auch im Interesse der deutschen Wirtschaft, die anderen Staaten der EU auf ein Gesamtziel von 30 Prozent zu verpflichten, so Felmberg. Bislang hatten sich die EU-Mitgliedsstaaten lediglich auf eine CO2-Reduktion von 20 Prozent festgelegt.

Als Voraussetzung für einen Erfolg der internationalen Verhandlungen benennt der Prälat außerdem die Einhaltung der in Kopenhagen getroffenen Zusagen, in 2010 den nächsten beiden Jahren 1,26 Milliarden Euro für Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern zur Verfügung zu stellen. „Die Menschen auf der Südhalbkugel leiden am meisten unter den Folgen des Klimawandels, den sie nicht verursacht haben. Wir müssen ihnen zunächst einmal helfen, die Folgen zu bewältigen. Für ihre weitere Industrialisierung ist es dann wichtig, dass sie umfassende Unterstützung beim Umstieg auf grüne Technologien erhalten. Schließlich müssen  die Urwälder als ‚grüne Lunge’ der ganzen Welt erhalten werden. Dafür brauchen wir neue und zusätzliche Mittel, die die bestehende Entwicklungshilfe ergänzen“, fasst der EKD-Bevollmächtigte die Forderungen der Kirchen und ihrer Entwicklungshilfeorganisationen zusammen. Er betont: „Die Klimapolitik braucht gerade angesichts festgefahrener Verhandlungen unser ganzes Engagement.“

Hannover / Brüssel, 29. November 2010

Pressestelle der EKD
Silke Römhild / Patrick Roger Schnabel

Es ist nicht zu spät für eine Antwort auf den Klimawandel (EKD-Text 89)