„Den Bürgersinn für Europa stärken“

Bischof Markus Dröge spricht auf gemeinsamem EU-Jahresempfang

06. Dezember 2010

Logo der EKD „Aktive Bürger für ein lebendiges Europa zu sein ist Teil unseres kirchlichen Programms“, versicherte der Berliner Landesbischof Dr. Markus Dröge gegenüber deutschen EU-Abgeordneten und Mitarbeitern der Europäischen Institutionen am 6. Dezember in Brüssel. Der Bischof sprach auf dem gemeinsamen Brüsseler Jahresempfang des Bevollmächtigten des Rates der EKD, Prälat Dr. Bernhard Felmberg, und des Leiters des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Dr. Karl Jüsten. Das Thema „Christliche Perspektiven einer europäischen Bürgergesellschaft“ nahm Bezug auf das „Europäische Jahr für die Freiwilligentätigkeit 2011“.

Bischof Dröge betonte, dass aktive Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen und christlicher Glaube verbunden sind, weil dieser in die Tat dränge. Damit der zivilgesellschaftliche Einsatz etwas erreichen könne, brauche er aber die richtigen Rahmenbedingungen: „Bürgerschaftliches Engagement ist in zweierlei Weise Ausdruck von Freiheit: Es fordert einen gesellschaftlichen Freiraum, in dem die Tätigkeit entfaltet werden kann, und es erfordert die persönliche Haltung einer inneren Freiheit, die bereit ist, sich für das Gemeinwohl einzusetzen.“

Der Bischof hob aber auch den Beispielcharakter hervor, den Deutschland dabei für die EU haben könne: „Mit dem Subsidiaritätsprinzip, also dem Vorrang freier Träger gerade im Sozialbereich, sind die Weichen auf Bürgerbeteiligung gestellt. Die Praxis zeigt, dass das funktioniert und von den Menschen geschätzt wird. Christliche Einrichtungen, aber auch die Werke anderer freier Träger, erfreuen sich gleichbleibend hoher Beliebtheit.“

Mit Blick auf das kommende Europäische Jahr betonte Prälat Felmberg, dass von der Freiwilligentätigkeit viele profitierten: Die, die sich einbringen und dabei neue Erfahrungen sammeln und Kompetenzen erwerben; die, die von diesem Engagement profitieren; und die demokratische Gesellschaft, die von Beteiligung lebt. Was auf nationaler Ebene oft gut funktioniere, müsse auf europäischer Ebene aber noch verstärkt werden.

Dafür werden sich auch die Kirchen weiter einsetzen: „Seien Sie versichert, dass wir auch weiterhin kritisch-konstruktiv Anteil am Prozess der europäischen Integration nehmen und in unseren Landeskirchen, Diözesen und Gemeinden von Europa erzählen werden.“

Hannover / Brüssel, 06. Dezember 2010

Pressestelle der EKD
Silke Römhild / Patrick Roger Schnabel