Vorbereitung auf Friedenskonferenz in Jamaika

Deutsche Teilnehmende der ÖRK-Friedenskonvokation treffen sich in Arnoldshain

07. Dezember 2010

Logo der EKD Vom 10. bis 12. Dezember 2010 versammeln sich in der Evangelischen Akademie Arnoldshain (Hessen) mehr als 90 deutsche Teilnehmende und Interessierte zur Vorbereitung der Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation (IÖFK). Sie wird vom 18. bis 24. Mai 2011 in Kingston/Jamaika stattfinden: 1000 kirchliche Friedensakteure aus aller Welt kommen dort zum Abschluss der weltweiten „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ zusammen, die der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) im Jahr 2001 ausgerufen hatte. Auf der Tagung in Arnoldshain wollen Delegierte von evangelischen Landeskirchen und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zusammen mit Vertretern kirchlicher Friedens- und Umweltinitiativen ihre Erwartungen an die Friedenskonvokation formulieren und gemeinsame Positionen in friedensethischen Fragen erarbeiten. „Gerechter Frieden“ soll zu einem Leitmotiv des Friedensdiskurses entwickelt werden, in dem soziale, ökonomische, ökologische und zwischenstaatliche Aspekte integriert sind. Neben dem ehemaligen Generalsekretär des ÖRK, Prof. Dr. Konrad Raiser, der in den Entwurf des ÖRK für einen „Ökumenischen Aufruf zum gerechten Frieden“ einführen wird, wird der Friedensbeauftrage der EKD, Renke Brahms, über strategische Perspektiven der Friedensarbeit in Deutschland für die Zeit nach Kingston sprechen und im Abschlussgottesdienst predigen.

Mit vier Themenbereichen werden die Teilnehmenden sich beschäftigen: die tägliche Gewalt in unserer Gesellschaft (Friede in der Gemeinschaft), die nachhaltige Bewahrung der Schöpfung (Friede mit der Erde), eine gerechte ökonomische Ordnung (Friede in der Wirtschaft) und Ansätze für ein friedliches Zusammenleben zwischen den Völkern sowie innerhalb von Staaten (Friede zwischen den Völkern).

Die Vorbereitungstagung in Arnoldshain steht am Ende der Dekade zur Überwindung von Gewalt. Die Dekade wurde von der 8. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1989 in Harare im Rahmen des konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung für die Jahre 2001 bis 2010 ausgerufen. 2006 beschloss die 9. Vollversammlung des ÖRK in Porto Alegre, die Erfahrungen und Erfolge der zehnjährigen Arbeit bei der Überwindung von Gewalt in eine Internationale Ökumenische Friedenskonvokation einmünden zu lassen. Diese Konvokation soll eine Erklärung zum gerechten Frieden verabschieden und Impulse für die Weiterarbeit setzen.

Hannover, 07. Dezember 2010

Pressestelle der EKD
Silke Römhild