EKD-Auslandsbischof erinnert an politische Gefangene

Schindehütte zum Tag der Menschenrechte: „Verletzung der Meinungsfreiheit ist unverständlich und inakzeptabel!“

09. Dezember 2010

Logo der EKD Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Martin Schindehütte, hat anlässlich des Tages der Menschenrechte am morgigen Freitag an die vielen politischen Gefangenen erinnert, die wegen ihres Einsatzes für die Meinungsfreiheit weltweit in Gefängnissen sitzen. „Es ist unerträglich und nicht hinzunehmen, dass ein Mensch wegen seiner politischen Auffassung eingesperrt wird, zumal wenn er seine Auffassung ohne Gewalt vertritt“, sagte Schindehütte heute in Hannover.

In diesem Zusammenhang erinnert der Auslandsbischof auch an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo, der am 25. Dezember 2009 zu einer 11-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde und dem morgen in Abwesenheit in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen wird. „Wir wissen, dass zum engsten Freundeskreis um Liu Xiaobo auch überzeugte Christen gehören und wir haben vollsten Respekt vor dem mutigen Engagement dieser Männer und Frauen, die sich dafür einsetzen, dass die Volksrepublik China nicht nur wirtschaftlich sondern auch politisch weiterentwickelt wird. Ihr Engagement ist dringend nötig für eine moderne, freiheitliche und  demokratische Gesellschaft in China, in der Meinungs- und Religionsfreiheit anerkannt sind und niemand wegen seiner politischen Überzeugung verfolgt oder eingesperrt wird.“, so Schindehütte.

Hintergrund: Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind weltweit unzählige Personen aufgrund ihrer politischen Überzeugung inhaftiert. Amnesty International geht davon aus, dass einem Drittel der Weltbevölkerung das Recht auf freie Meinungsäußerung und der ungehinderte Zugang zu Informationen verwehrt werden. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von der UN-Vollversammlung angenommen wurde, benennt unter Artikel 19 das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung. Die Evangelische Kirche in Deutschland tritt für die Achtung der Menschenrechte ein, insbesondere für das Recht auf Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit für alle Menschen.

Hannover, 09. Dezember 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick