Ökumenische Weihnachtsbotschaft des Catholica-Beauftragten der VELKD

Die Botschaft von Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel) im Wortlaut:

18. Dezember 2010

Logo der EKD Die Weihnachtsbotschaft, dass Gott selbst in unsere Welt gekommen ist, ist in der Tat die zentrale Botschaft, die wir gemeinsam und in Eintracht weiterzugeben haben. In dem jüngsten Apostolischen Schreiben hat mich ein Satz Benedikt XVI. besonders angerührt: Der Papst schreibt, dass sich das ewige Wort klein gemacht habe – „so klein, dass es in eine Krippe passte. Es hat sich zum Kind gemacht, damit uns das Wort fassbar werde.“

Auch Martin Luther hat immer wieder die Selbstbewegung Gottes in die Tiefen der menschlichen Endlichkeit und das Kommen Gottes in die menschliche Niedrigkeit der Krippe leidenschaftlich verfochten. In seinem wohl bekanntesten Weihnachtslied „Vom Himmel hoch“, heißt es z.B.: „So merket nun das Zeichen recht: / die Krippe, Windelein so schlecht / da findet ihr das Kind gelegt, / das alle Welt erhält und trägt.“ (EG 24,6). So werden es viele Gemeinden – ganz gleich ob evangelisch oder katholisch –  am Heiligen Abend in ihren Gottesdiensten singen.

Merken wir die Zeichen der Zeit? Auch im neuen Jahr  müssen wir alles versuchen, unsere noch bestehenden Differenzen so klein zu machen, dass wir in unserem ökumenischen Handeln diesem „Vorlauf“ Gottes nicht widersprechen. Das Kind in Windeln hat kein Verständnis für Kriteleien, Machtspiele oder konfessionalistische Selbstprofilierung.

Der unfassbare, unbegreifliche Gott kann uns nicht näher kommen als in einem gewöhnlichen, machtlosen Baby. Gemeinsam dürfen wir uns ihm nähern mit all unseren Schwächen und Stärken, aber auch Unterschieden. Denn allein er trägt und erhält alle Welt. Dies sollte uns Christinnen und Christen Ermutigung und Ansporn sein, auch im neuen Jahr gemeinsam von der heilvollen Weihnachtsbotschaft Zeugnis zu geben.

Hannover, 18. Dezember 2010

Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD