„Auftrag zur Nächstenliebe umsetzen“

Erzbischof Robert Zollitsch und Präses Nikolaus Schneider zur Gedenkveranstaltung für die Opfer der NSU am 23. Februar in Berlin

22. Februar 2012

Logo der EKD Anlässlich der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Morde der Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) am morgigen Donnerstag in Berlin erklären der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, gemeinsam:

Rechtsextremes Denken und Handeln sind mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Es verletzt auf krasse Weise die für Christen grundlegende Vorstellung von der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott. Wer die Würde und das Recht von Menschen missachtet, wer andere Menschen hasst, verletzt oder gar ermordet, der handelt gegen den Willen Gottes.

Als Christen sind wir überzeugt: Gemeinsam müssen wir Ausgrenzung und Hass überwinden und zum Frieden befähigen. Jede Grenze zwischen Völkern und Menschen wird durch die Gemeinschaft mit Jesus Christus überwunden. Es geht darum, den Auftrag Jesu zur Nächstenliebe umzusetzen. Gerade Menschen anderer Herkunft und anderen Glaubens brauchen unsere besondere Fürsorge und unseren Einsatz. Die Gedenkveranstaltung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt lässt uns an die Mordopfer der Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) und ihre Angehörigen denken. Wir rufen die Gläubigen unseres Landes auf, für die Opfer und ihre Familien zu beten:

Gott, führe die Opfer zur Vollendung in deinem Reich, tröste die Trauernden,
und hilf denen, die verzweifelt sind!
Uns, Herr, verleih die Kraft, allen zu widerstehen, deren extremistisches Denken und Handeln Menschen um ihre Gesundheit und ihr Leben bringt.
Wecke immer wieder die Bereitschaft,
für Frieden und Gerechtigkeit in unserem Land einzustehen.


Hannover, 22. Februar 2012

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick