Tacheles: Jung, muslimisch, arbeitslos:

Kirchliche TV-Sendung fragt: Ist die Integration gescheitert?

16. Februar 2010

Logo der EKD Am kommenden Donnerstag, 18. Februar, um 19 Uhr wird eine neue Folge der kirchlichen TV-Sendung „Tacheles“ in der Marktkirche zu Hannover aufgezeichnet. Es geht um die Problem der Integration muslimischer Jugendlicher in Deutschland.

Phoenix strahlt die Debatte am 28. Februar um 13 Uhr und um 22.30 Uhr aus.

Haben Muslime in Deutschland schlechtere Chancen? Mangelt es ihnen an der Bereitschaft, sich zu integrieren, oder mauert die Mehrheitsgesellschaft? Und welche Rolle spielt die muslimisch geprägte Erziehung? Über diese Themen diskutieren der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber, die Vorsitzende der Muslimischen Akademie in Deutschland, Hamideh Mohagheghi, der Autor Cem Gülay („Türken-Sam: Eine deutsche Gangsterkarriere“) und die Soziologin und Autorin Necla Kelek („Die verlorenen Söhne“). Es moderiert Fernsehpastor Jan Dieckmann.

Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber sagt: „Die Integration der türkischstämmigen Muslime in Deutschland ist keine Erfolgsgeschichte“. Einen Grund sieht er in der Religion: Der Islam müsse sich für Bildung mehr öffnen.

Cem Gülay widerspricht. Der Autor des Buches „Türken-Sam: Eine deutsche Gangsterkarriere“ beklagt, dass die deutsche Gesellschaft nur scheinbar tolerant sei. Die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund seien schlecht. „Da ist doch etwas am System nicht in Ordnung“, kritisiert Gülay.

Die Soziologin und Autorin Necla Kelek fordert in ihrem Buch „Die verlorenen Söhne“ die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes. Vor allem der Islam und die türkischmuslimische Machokultur seien für das Scheitern der Migranten verantwortlich.

Unsinn, entgegnet die Vorsitzende der Muslimischen Akademie in Deutschland, Hamideh Mohagheghi. Sie sieht es als wichtiges Gebot des Islam, sich Wissen anzueignen. Dabei dürfe die Gesellschaft nicht die religiöse Entwurzelung der Muslime erwarten.

Hannover, 16. Februar 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick