„Alterspflege geht alle etwas an“

Bevollmächtigter fordert gute Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige

05. März 2010

Logo der EKD Für eine breite gesellschaftliche Debatte über Alterspflege hat sich der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Bernhard Felmberg, ausgesprochen. Vor dem Hintergrund von 2,25 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland, deren Zahl weiter zunehme, gehe die Pflege alter Menschen „alle etwas an“, betonte Felmberg am gestrigen Donnerstag im Rahmen der Veranstaltung „Pflegende Angehörige unterstützen“ in Berlin. Gut zwei Drittel der Pflegebedürftigen würden derzeit zu Hause versorgt; daher müsse auch über die Situation derjenigen gesprochen werden, die diese Pflege leisteten. „Auch sie brauchen dringend weitere Strukturen zur Unterstützung“. In diesem Zusammenhang begrüßte der Bevollmächtigte den Vorschlag von Bundesfamilienministerin Schröder als „guten Beitrag, das Thema Pflege weiter ins öffentliche Bewusstsein zu befördern.“

„Pflege ist eine meist schwere und komplexe Aufgabe für alle Beteiligten“, unterstrich Felmberg. „Wer sich entschließt, einen anderen Menschen zu pflegen, der wählt freiwillig eine Verbindlichkeit, aus der er sich zwei Wochen später nicht einfach wieder herauslösen kann.“ Auch die Bibel berichte vielfach von dieser Verbindlichkeit zwischen jungen und alten, gesunden und kranken, pflegebedürftigen Menschen - „und davon, dass es immer auch eine Frage des sozialen Umfeldes ist, ob und wie Pflege zum gelingenden Beziehungsgeschehen wird“. Es brauche immer beides: Gelebte Nächstenliebe und gute institutionelle Rahmenbedingungen.

Zu der Diskussionsveranstaltung hatten der Bevollmächtigte des Rates gemeinsam mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e.V. eingeladen. 

Hannover / Berlin, 05. März 2010

Pressestelle der EKD
Karoline Lehmann / Silke Römhild