Klangfülle der Spätromantik

In Pößneck steht die „Orgel des Monats März“ der Stiftung Orgelklang

15. März 2011

Logo der EKD Die „Orgel des Monats März“ der Stiftung Orgelklang in der Stadtkirche im thüringischen Pößneck hat drei Erbauer: Nachdem Richard Kreutzbach aus Borna das Instrument im Jahr 1896 geschaffen hatte, bauten die Gebrüder Jehmlich (Dresden) die Orgel 1926 umfassend um. Auf diese Weise wurde die Kreuzbach-Jehmlich-Orgel zu einem außergewöhnlichen und repräsentativen Werk der Spätromantik. In diesem Jahr soll sie grundlegend renoviert werden. Die Stiftung Orgelklang unterstützt die Finanzierung des Bauvorhabens mit 10.000 Euro.

Seine beiden Entstehungsphasen machen das Instrument zu einer der größten romantischen Orgeln Thüringens. Während sich das Kreutzbach’sche Pfeifenwerk durch einen frischen, kraftvollen Ton auszeichnete, standen bei den Gebrüdern Jehmlich vor allem Feinheit, dynamische Ausdifferenzierung und Farbigkeit der Intonation im Vordergrund. Bedeutsam ist die Pößnecker Orgel auch, weil sie – anders als die meisten ihrer Zeitgenossinnen – weitgehend unverändert erhalten ist.

Großen Schaden erlitt das Instrument allerdings, als es zwischen 1985 und 1996 vom Chorraum auf die Westempore der Stadtkirche versetzt wurde. Die dabei vorgenommene Neuordnung erwies sich bald als „Sparlösung“. „Der Aufbau der Orgel ist aus heutiger Sicht konzeptlos“, bescheinigte der Orgelsachverständige der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Stefan Feig. Da die Orgel heute kaum noch bespielbar ist, muss sie umfassend renoviert werden. Im Herbst sollen die Arbeiten beginnen, spätestens 2015 abgeschlossen sein. Ziel ist es, den Zustand von 1926 wieder herzustellen.

Hannover, 15. März 2011
Pressestelle der EKD

Reinhard Mawick