"Für unser Land ein Segen"

Wolfgang Huber gratuliert Richard von Weizsäcker

14. April 2005

Wie kaum ein anderer habe Richard von Weizsäcker es verstanden, geradlinig, glaubwürdig und mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit homo politicus und engagierter Christ in einem zu sein, schreibt der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, in einer Gratulation zum 85. Geburtstag des Altbundespräsidenten am Freitag, den 15. April. "Es gibt nicht viele Menschen, die, ohne hauptamtlich für die Kirche tätig zu sein, die Arbeit so vieler verschiedener kirchlicher Gremien und Organisationen in vergleichbarer Weise maßgeblich mitgestaltet haben."

Huber würdigte die Tätigkeit von Weizsäckers als Mitglied im Präsidium des Kirchentages und als dessen Präsident, als EKD-Synodaler und Ratsmitglied der EKD sowie im Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen. Sein 85. Geburtstag sei Gelegenheit "zum Dank dafür, dass die Weite Ihres Wirkens sich stets in einer so klar erkennbaren Weise mit Ihrer evangelischen Verwurzelung verbunden hat."

In diesen Tagen werde immer wieder die "eindrucksvolle Rede" von Weizsäckers zum 40. Jahrestag des Kriegsendes zitiert, die zu einem "bleibenden Orientierungspunkt für den Umgang mit unserer deutschen Geschichte geworden" sei und zur Identitätsstiftung für das deutsche Volk beigetragen habe.

Als Bundespräsident sei er auch von den Bürgern der damaligen DDR als "ihr" Präsident wahrgenommen worden. "Ihre Besuche in der DDR, die  immer eine politische Dimension hatten, setzten Zeichen und gaben Menschen Hoffnung und Mut, in der DDR für Gerechtigkeit und Freiheit, gegen Unterdrückung und Entmündigung einzutreten", so der Ratsvorsitzende. Dass er im Jahr 1990 Präsident aller Deutschen wurde, "war für unser Land ein Segen".

Nach wie vor zeichne Richard von Weizsäcker die Fähigkeit aus zu integrieren, ohne dabei bleibende und notwendige Unterschiede zu verschleiern. "Diese integrative Kraft haben Sie nicht nur in Ihrer Heimat sondern auch bei Ihren vielen Auslandsreisen genutzt und damit vor allem der Völkerverständigung und der Entwicklungszusammenarbeit wertvolle Dienste geleistet."

Hannover, 14. April 2005

Pressestelle der EKD
Silke Fauzi



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