EKD-Delegation besuchte Orthodoxe Kirche in Rumänien

Reise anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des ökumenischen Dialogs

22. März 2010

Logo der EKD Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des wechselseitigen Dialogs trafen sich im siebenbürgischen Kloster Sâmbata de Sus/Rumänien die Dialogkommissionen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Rumänisch Orthodoxen Kirche (RumOK) zum 12. bilateralen theologischen Dialog.

Dieser Dialog kann auf drei Jahrzehnte ertragreichen theologischen Austausch und kirchliche Kooperation zurückblicken. Wer den Gründungsmitgliedern damals angesichts der ermüdenden und teils schikanösen Praxis um die Ausstellung von Visa für die gegenseitigen Begegnungen gesagt hätte, in 30 Jahren würden sie nur mit einem Personalausweis gegenseitige Besuche in der EU machen können, hätte wohl nur ungläubiges Staunen ausgelöst. Doch während die Rahmenbedingungen innerhalb der EU einfacher geworden sind, haben sich die gesellschaftlichen Bedingungen für die Kirchen erschwert.

Deshalb standen im Mittelpunkt der Begegnung das gemeinsame Zeugnis der Kirchen in Europa und die Apostolizität der Kirche. In diesem Zusammenhang würdigte Bischof Martin Schindehütte besonders die ökumenische Öffnung der RumOK für ein gemeinsames kirchliches Zeugnis in Europa. Beide Kirchen stimmten darin überein, dass die Apostolizität der Kirche auf der besonderen Beauftragung der Apostel gründe, das Evangelium in der Welt zu bezeugen. Die Apostolizität bestehe daher in der kontinuierlichen Besinnung auf diesen Ursprung und in der ständigen Rückkehr zur Wahrheit der Apostel. Sie verpflichte die Kirchen deshalb, sich den gegenwärtigen Herausforderungen der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu stellen und ihre Apostolizität durch die Bezeugung des Evangeliums in Wort und Tat zum Ausdruck zu bringen.

Das kirchliche Zeugnis in der geistlichen Diaspora einer säkularen Wirklichkeit im heutigen Europa sei ein wichtiger Beitrag zum gelingenden verantwortlichen Leben jedes Einzelnen und für Versöhnung und Frieden aller. Säkularität sei deshalb eine Chance, die spirituelle Dimension und die öffentliche Verantwortung des kirchlichen Handelns miteinander in die europäische Entwicklung einzubringen und geltend zu machen, betonte Bischof Martin Schindehütte.

Hannover, 22. März 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick

Das am Ende der Begegnung beschlossene Kommuniqué können Sie hier nachlesen