Evangelische Theologie an deutschen Universitäten

EKD-Kirchenkonferenz zu Empfehlungen des Wissenschaftsrates

26. März 2010

Logo der EKD Die Kirchenkonferenz als Organ aller Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland hat sich in ihrer Sitzung am 24./25. März 2010 mit den „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ befasst, die der Wissenschaftsrat am 29. Januar 2010 beschlossen hat. Der Wissenschaftsrat ist das wichtigste Beratungsgremium von Bundesregierung und Landesregierungen zu Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaften, der Forschung und des Hochschulbereichs. Die Bewertung der Empfehlungen durch die Kirchenkonferenz wurde mit dem Vorstand des Ev.-theologischen Fakultätentages abgestimmt.

Die Kirchenkonferenz begrüßt die vom Wissenschaftsrat vorgenommene klare Verortung der Theologie an der Universität, die unzweideutige Bejahung des Fakultätsstatus, die hohe Akzeptanz der staatskirchenrechtlichen Gegebenheiten und die bemerkenswerte Wertschätzung der Theologie für den wissenschaftlichen Diskurs. Diese Standortbestimmung entspricht dem Selbstverständnis Evangelischer Theologie und ihrer produktiven Einbindung in universitäre Forschung und Lehre ebenso wie sie den hohen Erwartungen der Evangelischen Kirche an die Theologie für die Selbstreflexion der Kirche auf wissen¬schaftlichem Niveau gerecht wird.

Ebenso bejaht die Kirchenkonferenz die Vorschläge des Wissenschaftsrates zur Etablierung und Institutionalisierung  „Islamischer Studien“ insbesondere im Blick auf eine wissenschaftliche Qualifikation des islamischen Religionsunterrichts. Die vorgeschlagene  Einrichtung von „Beiräten“ kann im Rahmen des geltenden Religionsverfassungsrechts aber nur als eine vorläufige Lösung angesehen werden.

Kritische Rückfragen stellen sich aber zur vorgeschlagenen generellen Ausgliederung der Religionswissenschaften aus den Theologischen Fakultäten aufgrund des Gewichts des Fachs „Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie“  für die theologische Ausbildung und Forschung und seinem unverzichtbaren Beitrag zur Vermittlung interkultureller theologischer Kompetenz.

Im Ganzen betrachtet die Kirchenkonferenz die Empfehlungen des Wissenschaftsrates als eine weitgehend gelungene Bestandsaufnahme und gute Grundlage zur Weiterentwicklung der Evangelischen Theologie an der Universität.

Die Auswertung der "Empfehlungen des Wissenschaftrates zur Weitrentwiclung von Theologien und religionsbezogeen Wissenschften an deutschen Hochschulen" sind alsAnlage beigefügt.

Hannover, 26. März 2010

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick