„Aids ist Herausforderung kirchlicher Entwicklungsarbeit“

EKD-Delegation traf Äthiopiens Staatspräsident Wolde-Giorgis

13. April 2010

Logo der EKD Eine Delegation des Evangelischen Entwicklungsdienstes (eed) und von „Brot für die Welt“ ist am Montag, 12. April, in Addis Abeba vom Staatspräsidenten Äthiopiens, Girma Wolde-Giorgis, empfangen worden. Der Leiter der Delegation, der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Bernhard Felmberg, berichtete über kirchliche Entwicklungsprojekte zur Ernährungssicherung, die in Äthiopien von den beiden kirchlichen Hilfswerken unterstützt werden.

Äthiopiens Staatspräsident Wolde-Giorgis würdigte das Engagement der evangelischen Kirche in seinem Land, insbesondere der äthiopischen lutherischen Mekane-Yesus-Kirche. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die zahlreichen Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation gerade der ärmsten Bevölkerungsteile auch in Zukunft fortgesetzt werden. Im vergangenen Jahr haben Brot für die Welt und der Evangelische Entwicklungsdienst die Projekte äthiopischer Partnerorganisationen mit rund 3,7 Millionen Euro unterstützt. Damit ist Äthiopien ein Schwerpunktland kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit in Afrika.

Die Stärke der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit liege in ihrem integrativen Ansatz und in ihrer unmittelbaren Nähe zu den betroffenen Menschen, sagte Prälat Felmberg. In den Projekten zur ländlichen Entwicklung geht es um die Verbesserung der Ernährungssituation durch Ertragssteigerungen und Anbau neuer Früchte. Zugleich aber werden in diesen Projekten offensiv die Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung bekämpft und Methoden der Familienplanung eingeführt. „Ich bin beeindruckt, mit welcher Überzeugungskraft die betroffenen Frauen und Männer von den Verbesserungen ihres Lebens berichtet haben“, sagte Felmberg gegenüber dem äthiopischen Staatspräsidenten.

Auch die weiter dramatisch steigende Zahl von HIV/Aids-Erkrankungen sei eine Herausforderung für kirchliche Entwicklungsarbeit, so Felmberg. Allein die Zahl der AIDS-Waisen in Äthiopien wird auf mehr als eine Million geschätzt. Armut, Unwissen, kulturelle Tabus und Geschlechterungerechtigkeit verschärften die Situation. Der äthiopische Präsident Girma Wolde-Giorgis, der selbst Vorsitzender der nationalen äthiopischen AIDS-Kommission ist, dankte der EKD für ihr langjähriges Engagement im Gesundheitsbereich. Bereits 1965 wurde der Bau des St. Pauls-Krankenhauses für arme Bevölkerungsschichten in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba von der evangelischen Kirche mitfinanziert.

Hannover,  13. April 2010

Pressestelle der EKD
Silke Römhild