„Programmatisch im Sozialen“

Friedrich Karrenberg Haus in Hannover wird am 14. Mai feierlich eröffnet

10. Mai 2012

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Mit einem Festakt am kommenden Montag, dem 14. Mai, wird in Hannover das Friedrich Karrenberg Haus (FKH) eröffnet. In dem Haus in der Arnswaldtstraße 6, inmitten der niedersächsischen Landeshauptstadt, arbeiten bereits seit Beginn dieses Jahres das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (SI) und der neu gegründete Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (VKWA).

"Im Friedrich Karrenberg Haus werden unterschiedliche protestantische Perspektiven gebündelt. Hier sitzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Professionen, Vertreterinnen und Vertreter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, des Handwerks und der Evangelischen Arbeitnehmerorganisationen unter einem Dach", sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider. "Hier werden neue Konzepte für gesellschaftliche Verantwortung entwickelt, und es wird zu Fragen der Generationengerechtigkeit, der gesellschaftlichen Teilhabe bis hin zur aktuellen Situation in den Kirchengemeinden geforscht."

Die Namensgebung des Hauses nach Friedrich Karrenberg (1904-1966) ist Programm. Karrenberg steht für sozialen Protestantismus und verkörpert soziale Gerechtigkeit. Dieser Tradition fühlen sich sowohl das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD als auch der Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt verbunden. Beide Institutionen knüpfen an die Arbeit von Karrenberg an - im sozialwissenschaftlichen Bereich ebenso wie im innerkirchlichen, gesellschaftlichen und arbeitspolitischen Kontext. Karrenberg war Gründungsmitglied und Vorsitzender der Kammer der EKD für soziale Ordnung. Auf seine Initiative hin wurde das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD  gegründet. Friedrich Karrenberg war im Auftrag des Deutschen Evangelischen Kirchentages der Herausgeber des Evangelischen Soziallexikons.

"Die Vielzahl der Krisen zwingt nicht nur zu grundlegenden politischen und ökonomischen Transformationen, sondern sie fordern auch die christliche Sozialethik heraus", sagt Gerhard Wegner, Institutsdirektor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD. Das SI der EKD hat bereits Stellungnahmen zur Finanztransaktionssteuer erarbeitet, erforscht zur Zeit was Kirchengemeinden in der Uckermark gegen Armut und soziale Ausgrenzung tun können und ist am Transformationskongress 2012 beteiligt, der am 8./9. Juni in Berlin stattfindet.

"Uns geht es um gute und gerechte Arbeitsbedingungen, wir wollen mitwirken bei der Gestaltung einer ökologisch, sozial und global verpflichteten Marktwirtschaft", betont Axel Braßler, Geschäftsführer des VKWA. Der Evangelische Verband engagiert sich für die Überwindung von prekären Beschäftigungssituationen, für den Sonntagsschutz und für die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen.

Die feierliche Eröffnung beginnt am Montag, dem 14. Mai 2012 vormittags um 11:00 Uhr in den dem Friedrich Karrenberg Haus gegenüberliegenden Räumen der VGH-Versicherungen (Veranstaltungsbereich D), Am Schiffgraben 4, 30159 Hannover.

Hannover, 10. Mai 2012

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick