Jugend ohne Zukunft: Droht ein Kampf der Generationen?

Die evangelische Fernsehtalkshow Tacheles zum Thema Zukunftsgerechtigkeit

17. Mai 2005

Schlagzeilen wie "Alte - gebt den Löffel ab!" oder Bestseller wie "Das Methusalem-Komplott" machen es deutlich: Der Ton zwischen den Generationen wird schärfer. Tatsächlich bekommt ein Arbeitnehmer in Zukunft deutlich weniger Rente als heute. Doch wer hat Schuld an der Misere? Die Generationen schieben sich die Verantwortung gegenseitig in die Schuhe. Die Jugend schielt neidvoll auf deutsche Rentner und Ruheständler, die in Florida die Seele baumeln lassen, während hierzulande der Rententopf schrumpft und die Arbeitslosigkeit steigt. Die ältere Generation kontert mit dem Argument: „Selber schuld - kriegt mehr Kinder!“ Auch über den Egoismus, den Werteverfall und die Politikverdrossenheit der Jugend regen sich die Älteren auf. Droht ein Kampf der Generationen? Darüber diskutieren bei der Kirchentalkshow Tacheles am Montag, den 23. Mai, ab 19 Uhr, in der hannoverschen Marktkirche Friederike von Kirchbach, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages; der ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Norbert Blüm; der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb; die BWL-Studentin Sandra Trögl und Pedram Shahyar, Sprecher des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac.

„Die Arbeitsmarktsituation wird immer schlechter und die Jungen sehen, dass sie für die Alten zahlen müssen“, sagt Friederike von Kirchbach, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Dennoch sei die junge Generation durchaus bereit, sich für die Gesellschaft zu engagieren, wie jetzt wieder beim Kirchentag in Hannover. „Die Rente ist sicher“, verkündete Norbert Blüm in seiner Amtszeit als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Er bleibt dabei, trotz Milliardendefizits. „Immer müssen die Jungen für die Alten sorgen. Das war im Neandertal so und wird in 10 000 Jahren auch so sein.“ "Jüngere Menschen tragen eine gesellschaftliche Verantwortung für ältere", meint Attac-Sprecher Pedram Shahyar. Wir seien heute wirtschaftlich viel produktiver geworden. Deshalb glaubt er, dass die sozialen Anforderungen trotz der demographischen Entwicklung bewältigt werden könnten. Aber der politische Wille sei nicht da. "Diejenigen, die sich engagieren und Leistung bringen, schaffen die Bedingungen für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in der Welt", sagt die 23-jährige Studentin Sandra Trögl. Es sei Aufgabe des Staates, diese Leistungsbereitschaft nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern. Der Kampf der Generationen werde in Euthanasie enden, wenn wir sagten: Wer nichts mehr taugt fürs Leben, hat auch kein Recht auf Leben. Davor warnt Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. „So ein Generationenkampf wird heimtückisch sein, denn er liefe unter der scheinheiligen Firmierung von Barmherzigkeit.“

Es moderieren Hanna Legatis (NDR) und Pastor Jan Dieckmann (Evangelische Radio- und Fernsehkirche im NDR). Phoenix, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, überträgt die Debatte am Mittwoch, 25. Mai, 17 Uhr, Samstag, 28. Mai, 23.15 Uhr. NDR Info, das Informationsprogramm des Norddeutschen Rundfunks, strahlt eine Zusammenfassung der Debatte am Mittwoch, 25. Mai, um 19.35 Uhr aus. Hintergrundinformationen zur Sendung sind im Internet zu lesen unter http://www.tacheles.net/, dort wird auch bereits im Vorfeld der Sendung diskutiert und die Debatte im Anschluss dokumentiert.

Hannover, 17. Mai 2005

Pressestelle der EKD
Silke Fauzi

http://www.tacheles.net/



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