Kolumne
„Positiv“
2. Sonntag nach dem Christfest 2013
Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)
Wörtlich bezeichnet der Begriff Positiv eine Orgel, die man dort hinstellen kann, wo sie gebraucht wird. Das lateinische Wort leitet sich vom Verb ponere ab, zu deutsch: setzen, stellen, legen. In der Regel meint der Begriff Positiv, auch: Orgelpositiv, eine versetzbare einmanualige Kleinorgel. Einmanualig heißt: Es gibt im Unterschied zu großen Orgeln nur eine Klaviatur. Selten haben Positive ein Pedal, eine Klaviatur, deren Tasten mit den Füßen angeschlagen werden.
Wenn die Aufführung einer Kantate die Mitwirkung einer Orgel vorsieht, bietet sich eine Truhenorgel an. Das Positiv in Form einer Truhe, in der die Pfeifen untergebracht sind, kann überall aufgestellt werden und begleitet allein oder zusammen mit dem Orchester den Chor und die Solostimmen. Aber auch die Begleitung des Gemeindegesangs und solistisches Spiel sind auf einem Positiv möglich.
Als Teil einer großen Orgel kennen wir das Rückpositiv – ein auf der Emporenbrüstung stehender zum Raum hin offener Pfeifenkasten im Rücken der Organistin.
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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).

