Kolumne
„Die Antiphon“
Okuli 2013
Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)
Die Antiphon ist ein musikalisch-liturgischer Begriff aus der Psalmodie, also aus dem Psalmengesang. Als Rahmen- oder Leitvers gliedert die Antiphon (Betonung auf der letzten Silbe) den musikalischen Vortrag eines Psalms. Sie wird immer am Anfang und am Ende eines Psalms gesungen, dann folgt das Gloria patri (Ehre sei dem Vater), danach folgt wieder die Antiphon. Es ist aber auch möglich, die Antiphon öfter, zum Beispiel zwischen jedem einzelnen Psalmvers, zu singen.
Antiphonen zu komponieren lernen Kirchenmusiker im Studium. Aber es gibt auch viele fest stehende altkirchliche Antiphonen, die bis heute gesungen werden, darunter das Halleluja (vgl. im Evangelischen Gesangbuch Nr. 181.1-3).
Es kann von großer meditativer Kraft sein, wenn der Kantor einen Psalm solistisch improvisierend vorträgt und die Gemeinde zwischen einzelnen oder mehreren Versen die Antiphon singt. Eine kurze Antiphon, wie sie z.B. im EG unter Nr. 787 steht, kann die Gemeinde nach zweimaligem Hören sofort, auch auswendig, nachsingen.
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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).

