Kolumne
„a cappella“
1. Sonntag nach Trinitatis 2013
Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)
Unter dem Begriff a cappella wird häufig der von Instrumenten nicht unterstützte Gesang einer Gruppe verstanden. In früheren Jahrhunderten bezeichnen die italienischen Worte a cappella das Musizieren im Stil eines Vokalensembles, das von Instrumenten begleitet sein kann. Dabei ersetzen die Instrumentalisten einzelne Gesangsstimmen oder verdoppeln sie. Diese praktizierte Gleichwertigkeit und Austauschbarkeit von Vokal- und Instrumentalstimmen in einem Ensemble nennt man auch Kantoreipraxis oder – mit einem modernen Begriff – integrative Kantorei.
Eine gottesdienstliche Gemeinde kann a cappella musizieren, indem ihr einstimmiger Gesang von einem Melodieinstrument, z.B. von einer Posaune, geführt wird. Bei Liedern mit vielen Strophen bietet sich eine Abwechslung an: Einzelne Strophen werden von verschiedenen Instrumenten (Saxophon, Trompete, Orgel) begleitet, eine oder zwei Strophen singt die Gemeinde völlig ohne Instrumente, angeleitet von einer kräftigen Singstimme oder vom Chor – lebendiger Gottesdienst!
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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).

