Wissenswertes

Stationen im Leben Martin Luthers

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Der Vater hatte es vom Bauernsohn zu einigem Vermögen im Bergbau gebracht. Von Luthers Mutter wird erzählt, dass sie ihre Kinder streng erzog. In Mansfeld, wohin die Familie Luther zog, aber auch in Magdeburg und später in Eisenach konnte Martin verschiedene Schulen besuchen. Er galt als fleißiger, aber auch als stiller und zurückhaltender Schüler.

1501 beginnt Martin Luther ein Studium an der Universität Erfurt. Der Vater Luther möchte ihm eine gute Existenz als Jurist ermöglichen. Doch der Sohn ging einen anderen Weg. Er gelobt bei einem Blitzschlag, so sagt es die Legende, sein Leben radikal zu ändern und tritt 1505 dem Bettelorden der Augustiner in Erfurt bei.

1507 wird Luther im Erfurter Augustinerkloster zum Priester geweiht. Er studierte Theologie und kam 1512 als Professor an die Universität Wittenberg. Die Beschäftigung mit den biblischen Quellen förderte in ihm die Erkenntnis, dass der Mensch nicht auf Grund seiner Werke, sondern vielmehr durch die Gnade Gottes gerecht werde. So steht es im Brief des Apostels Paulus an die Römer.

Diese Erkenntnis stand in der damaligen Zeit im krassen Widerspruch mit dem blühenden Ablasshandel. Die katholische Kirche versprach damit gegen Geld die Vergebung von Sünden, selbst für bereits Verstorbene.

Grund genug für den Theologieprofessor und Seelsorger Martin Luther im Jahr 1517 mit seinen 95 Thesen zur Disputation einzuladen.

Aus der ursprünglichen wissenschaftlichen Disputation wurde deutliche Kritik am damaligen Papsttum. Schließlich verhängte 1521 die römische Kurie den Bann über Martin Luther.

Die lutherfreundliche Stimmung im Land durch den Einfluß einiger Fürsten ermöglichte dem Reformator  schließlich, zu seinen Schriften auf dem Reichstag in Worms Stellung zu beziehen. Dem von Kaiser Karl geforderte Widerruf seiner Lehren kommt Luther nicht nach. Er beruft sich auf die biblischen Texte. Daraufhin verhängte Kaiser Karl über Luther die Reichsacht.

1521 lässt Kurfürst Friedrich der Weise Martin Luther auf die Wartburg bringen. Als Junker Jörg übersetzt Luther auf der Burg das Neue Testament aus dem griechischen Urtext in die deutsche Sprache.

1522 verlässt Luther die Wartburg und kehrt zurück nach Wittenberg. Dort  konnte er verhindern, dass die reformatorische Bewegung ins Radikale abgleiten konnte. Es folgen Predigtreisen durch ganz Mitteldeutschland.

Ein Novum zu seiner Zeit war für einen Geistlichen die Ehe. 1525 heiratete  Martin Luther die 1523 aus dem Kloster Nimbschen bei Grimma entflohene Nonne Katharina von Bora, die seitdem Zuflucht in Wittenberg gefunden hatte. Einige seiner Freunde befürchteten in dieser Hochzeit den Untergang der Reformation.

Luthers gemäßigte Linie in der reformatorischen Bewegung blieb nicht ohne Konflikt. Ihm war wichtig, die Reformation gegen die römisch-Katholische Seite immer wieder politisch und theologisch zu verteidigen. Seine Predigt- und Lehrtätigkeit führt der Reformator bis an sein Lebensende fort. Er stirbt am 18. Februar 1546 in seiner Geburtsstadt Eisleben.