Erklärung der EKD zum Tod von Ignatz Bubis

EKD-Ratsvorsitzender, Präses Manfred Kock

14. August 1999

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) trauert zusammen mit der jüdischen Gemeinde in Deutschland und der Familie um den plötzlich verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis. Er war ein wachsamer und unbestechlicher Beobachter, Warner und Ratgeber, der stets mit Scharfblick die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland beobachtete und beeinflußte. Er war ein Deutscher jüdischen Glaubens, der konsequent für die demokratische Kultur in Deutschland eintrat. Er war ein geachteter, gesuchter Gesprächspartner in Politik und Gesellschaft. Bubis war nicht immer bequem, doch angesichts der schrecklichen deutschen Verbrechen am jüdischen Volk ist es geradezu die Aufgabe der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde in Deutschland, wachsame und kritische Mahner zu sein. Ignatz Bubis hat sich in hohem Maß für das Zusammenleben von Juden und Christen eingesetzt. Er war ein Mann des Ausgleichs, der stets das Gespräch mit Andersdenkenden suchte. Seine Liberalität und seine Toleranz haben dazu beigetragen, daß auch schwierige Fragen im christlich-jüdischen Dialog konstruktiv angegangen werden konnten. Die Evangelische Kirche in Deutschland wird Ignatz Bubis ein ehrendes Gedenken bewahren.

Hannover, 14. August 1999
Pressestelle der EKD



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