„Gewalt bringt keinen Frieden für Israel und Palästina“

EKD appelliert an Konfliktparteien: An Verhandlungstisch zurückkehren

07. Dezember 2001

Mit tiefer Beunruhigung reagiert der heute in Hannover tagende Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf die weitere Zuspitzung der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern. Selbstmordattentate und militärische Einsätze bringen unermessliches Leid über viele Menschen auf beiden Seiten. Das Leitungsorgan der Evangelischen Kirche wendet sich entschieden gegen Geist und Logik dieser Spirale von Gewalt und Vergeltung. Auf diesem Weg kann es keinen Frieden für das israelische und für das palästinensische Volk geben.

Der Rat appelliert an beide Konfliktparteien sowie an alle, die im Nahen Osten Einfluss haben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und der politischen Vernunft wieder eine Chance zu geben. Insbesondere ruft er die Verantwortlichen in den Vereinten Nationen, den USA und der EU auf, die Lösung der wichtigsten Probleme voranzubringen.

Der Rat der EKD appelliert an die Kirchen, die christlichen Organisationen und alle Christen im Heiligen Land, nicht darin nachzulassen, sich für Versöhnung einzusetzen. Er erwartet von den politisch Verantwortlichen in Israel und Palästina, die Präsenz der Christen und die Arbeit der Kirchen im Land zu gewährleisten.

Der Rat bittet alle Glieder der evangelischen Landeskirchen in Deutschland, für den Frieden im Nahen Osten zu beten und diejenigen zu unterstützen, die im Heiligen Land für Frieden eintreten. Er bittet darum, christliche Einrichtungen finanziell zu unterstützen, damit sie überleben können. Er ruft alle auf, die mit Menschen im Heiligen Land Kontakt pflegen, mit Israelis oder Palästinensern, Juden, Christen oder Muslimen, im Gespräch zu bleiben und nicht nachzulassen, auf der mitmenschlichen Ebene Brücken zu bauen.

Hannover, den 7. Dezember 2001
Pressestelle der EKD



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