Muslimische Verbände lehnen Gesprächseinladung der EKD ab

Wolfgang Huber: „Begründung überrascht“

31. Januar 2007

Mit Bedauern hat der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, auf die Absage des dritten Spitzentreffens zwischen der EKD und Vertretern muslimischer Verbände von islamischer Seite reagiert. Vier muslimische Verbände - die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB), der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e.V. (IRD), der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) und der Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. – hatten das für den 6. Februar in Berlin geplante Gespräch mit der Begründung abgesagt, dass nach der Veröffentlichung des EKD-Textes „Klarheit und gute Nachbarschaft“ im November 2006 „erheblicher Klärungsbedarf“ entstanden sei.

Der EKD-Ratsvorsitzende zeigte sich überrascht von dieser Begründung. In einer Reaktion an die vier Verbände schreibt er: „Besonders überrascht hat mich, dass Sie diese Gesprächsmöglichkeit mit der Begründung absagen, dass Gesprächsbedarf besteht. Ich bedaure sehr, dass wir den langfristig ins Auge gefassten Termin in der kommenden Woche nicht dafür nutzen können, die Intentionen der Schrift "Klarheit und gute Nachbarschaft" und Ihre Reaktion auf diese Handreichung der EKD miteinander zu besprechen. Das kann ich nur so verstehen, dass unter Ihnen selbst der Bedarf nach einer Klärung besteht, die weiteren Gesprächen mit der EKD vorausgehen soll. So warte ich nun auf eine Initiative von Ihrer Seite zu einem Gespräch.“

Das erste Spitzentreffen zwischen der EKD und muslimischen Verbänden hatte im Januar 2005 auf Einladung des EKD-Ratsvorsitzenden stattgefunden, ein zweites im März 2006.

Hannover, 31. Januar 2007

Pressestelle der EKD
Silke Fauzi



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