EKD-Ratsvorsitzender Kock gratuliert Paul Spiegel zur Wiederwahl als Präsident des Zentralrats der Juden

02. Dezember 2002

Nach der Wiederwahl von Paul Spiegel zum Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Kock, in einem Gratulationsschreiben seine Freude "auf die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit" zum Ausdruck gebracht und Spiegel Gottes Segen in seinem Amt gewünscht.

Es bleibe die gemeinsame Aufgabe, angesichts des "des leisen oder lauten, des brutalen oder zynischen Antisemitismus, der in unserem Land und andernorts immer wieder sein Haupt erhebt", öffentlich für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten. Rassismus und Antisemitismus beginne nicht erst bei Sachbeschädigung, "sondern schon bei nachlässig hingeworfenen Bemerkungen und schillernden politischen Äußerungen", so Kock in seinem Schreiben.

Erst recht in solchen "angefochtenen Situationen" dürfe der wiedergewählte Präsident des Zentralrates sicher sein, in den Vertretern der EKD "engagierte Fürsprecher und Unterstützer zu finden, die gemeinsam jedem menschenverachtenden Verhalten entgegenstehen."

Kock hofft auf weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der EKD und dem Zentralrat der Juden in Deutschland. Spiegel habe in der Vergangenheit "in einer bewegenden und ermutigenden Weise" von einer "Begegnung unter Freunden" gesprochen.

Hannover, 1. Dezember 2002
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi

Das Gratulationsschreiben im Wortlaut:

Sehr geehrter, lieber Herr Spiegel,

zu Ihrer Wiederwahl als Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland  gratuliere ich Ihnen - auch im Namen des Rates der EKD - sehr herzlich. Ich freue mich auf die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit und wünsche Ihnen Gottes Segen in Ihrem Amt.

Sie haben bei der Begegnung zwischen Vertretern des Zentralrates der Juden und des Rates der EKD in einer bewegenden und ermutigenden Weise davon gesprochen, das dies eine "Begegnung unter Freunden" sei. In diesem Geiste hoffe ich auf eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Es bleibt unsere gemeinsame Aufgabe, öffentlich für Frieden und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einzutreten. Dies wird besonders angesichts des leisen oder lauten, des brutalen oder zynischen Antisemitismus, der in unserem Land und anderenorts immer wieder sein Haupt erhebt, leider auch weiterhin notwendig sein. Die Bedrohung durch Rassismus und Antisemitismus beginnt nicht erst bei umgestürzten Grabsteinen und verschmierten Synagogenwänden, sondern schon bei nachlässig hingeworfenen rassistischen Bemerkungen und  schillernden politischen Äußerungen. Sie sollen wissen, dass Sie erst recht in solchen angefochtenen Situationen in mir und im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland engagierte Fürsprecher und Unterstützer finden, die gemeinsam mit Ihnen jedem menschenverachtenden Verhalten entgegentreten.

Mit herzlichem Gruß
Ihr
Manfred Kock



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