Selbstmordattentate nicht zu rechtfertigen

Koppe: Muslimische Reformer müssen sich deutlicher distanzieren

21. November 2003

"Angesichts der Terroranschläge in Istanbul, die offensichtlich von islamistischen Fanatikern begangen worden sind, sollten sich reformorientierte islamische Theologen und Verbände deutlicher als bisher von religiösen Begründungen gewaltbereiter Gruppen distanzieren", sagte der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Rolf Koppe, in Hannover. Es sei besorgniserregend, dass junge Männer, die in westlichen Ländern lebten, ihre Familie verließen, um sich zum Beispiel den Kämpfern im Irak anzuschließen. "Wer die Gewalt unter Berufung auf den Koran und den Islam legitimiert, stellt sich außerhalb des friedlichen Zusammenlebens der Religionen", sagte Koppe. "Die Islamisten diskreditieren den Glauben an Gott, der barmherzig ist und keine Rache will."

Im Blick auf die Türkei äußerte Koppe die Hoffnung, dass die Fortschritte, die hinsichtlich der Verbesserung der Religionsfreiheit und der Menschenrechtspraxis in letzter Zeit erreicht worden sind, keine Rückschläge erleiden. Die Zukunft nicht nur der islamischen Welt hänge wesentlich davon ab, ob es gelinge, Demokratie und Menschenrechte in Übereinstimmung mit der überlieferten Tradition zu bringen.

Hannover, 21. November 2003

Pressestelle der EKD
Anita Hartmann



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