Gemeinsame spirituelle Werte entdecken

Buch über den Dialog der EKD und der Russischen Orthodoxen Kirche erschienen

04. Dezember 2003

Erstmalig ist ein Buch erschienen über die Beziehungen zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Russischen Orthodoxen Kirche. Unter dem Titel „Hinhören und Hinsehen“ werden die Geschichte des bilateralen Austausches, der theologische Dialog sowie Berichte über gemeinsame Initiativen geschildert, erklärt Bischof Rolf Koppe, Leiter der Ökumene- und Auslandsarbeit im Kirchenamt der EKD.

Die Gespräche zwischen den beiden Kirchen gehen bis in das Jahr 1959 zurück, so der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Manfred Kock in seinem Vorwort. In Zeiten des „Kalten Krieges“ begann ein theologischer Dialog beider Kirchen, der bis heute fortgesetzt werde, erläutert Aleksij II, Patriarch von Moskau und Russland, im Vorspann. Bei einem Russlandbesuch einer EKD-Delegation unter Leitung des damaligen EKD-Ratsvorsitzenden Klaus Engelhardt im Jahr 1997 entstand die Idee, ein Buch über die gemeinsamen Beziehungen herauszugeben. Rechtzeitig zum Besuch einer EKD-Delegation in Moskau und Sankt Petersburg im Herbst 2003 erschien das Buch, das jetzt auch in Deutschland erhältlich ist. Es gewähre Einblicke in die Geschichte und die Gegenwart des jeweiligen kirchlichen Lebens, hebt Kock hervor.

Auf jeder Seite erscheint der Text parallel in russischer und deutscher Sprache. Farbige Illustrationen lockern das Ganze auf. Das 368 Seiten starke Werk schildert die Geschichte und die heutige Entwicklung der gemeinsamen Beziehungen. Beide Kirchen finden Frieden und gemeinsame Verständigung in spirituellen Werten, betont Aleksij II.

Die in sechs Abschnitte aufgeteilten Kapitel sind namentliche Beiträge. Sie wurden von Vertretern der EKD und der Russischen Orthodoxen Kirche verfasst, die sich "theologisch oder anderweitig wissenschaftlich qualifiziert haben und aktiv im Dienst ihrer Kirchen stehen", erläutert Koppe. So stellt etwa das Kapitel „Kirche, Gesellschaft, Staat: Von der Entfremdung zur Partnerschaft“ die Situation der Russischen Orthodoxen Kirche im 20. Jahrhundert dar. Die schlimmsten Verfolgungen hätten die Gläubigen Ende des letzten Jahrhunderts zu erleiden gehabt, schreibt der russische Erzpriester Wsewolod Tschaplin. Kirchen und Klöster seien zerstört oder geschlossen worden. Aber dennoch habe der Glaube nicht ganz im Volk ausgerottet werden können.

Das Buch “Hinhören und Hinsehen“ ist bei der Evangelischen Verlagsanstalt GmbH in Leipzig erschienen (www.eva-leipzig.de) und für 24 Euro im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich. Herausgegeben wird es vom Kirchenamt der EKD in Hannover und dem Kirchlichen Außenamt des Moskauer Patriarchats.

Hannover, 04. Dezember 2003

Pressestelle der EKD
Silke Nenzel / Silke Fauzi



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