Religionsfreiheit muss überall gewährleistet werden

Huber spricht mit dem Präsidenten der türkischen Religionsbehörde

11. Dezember 2005

Toleranz und gegenseitiger Respekt zwischen den Religionen seien unentbehrliche Voraussetzungen für Menschenrechte und Demokratie. Dies bekräftigten der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, und der Präsident des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (DIYANET) in der Türkei, Ali Bardakoglu, bei einer Begegnung am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, in Hannover. Huber betonte in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass die jüngsten Äußerungen des iranischen Präsidenten, Mahmud Ahmadinedschad, unerträglich seien und er auch weiterhin von den Vertretern des Islam erwarte, dass sie sich von diesen antisemitischen und rassistischen Äußerungen distanzierten.

Bardakoglu erklärte, dass das Prinzip der Freiheit für jede Religion in der Türkei gelte. Der Präsident des türkischen Amtes für Religiöse Angelegenheiten sprach sich für einen wissenschaftlich fundierten Islam aus, der die Bedeutung von Demokratie, Vernunft und Menschenrechten auch in den islamischen Staaten stärke. Er versprach, sich für eine Lösung der schwierigen Situation der evangelischen Gemeinde in Istanbul sowie für Regelungen bei der Ausbildungsstätte des griechisch-orthodoxen Patriarchats in Chalki zu engagieren.

Huber und Bardakoglu stimmten in der Einschätzung überein, dass angemessene Voraussetzungen für einen islamischen Religionsunterricht in Deutschland geschaffen werden müssten und dass dieser Unterricht, um der Integration junger Muslime zu dienen, in deutscher Sprache stattfinden solle. Übereinstimmend befürworteten sie eine qualifizierte Ausbildung für Imame, die in Deutschland tätig werden sollten.

Hannover / Berlin, 11. Dezember

Pressestelle der EKD
Christof Vetter



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