Ratsvorsitzender dankt für "mutige Beiträge zu Versöhnung"

Buber-Rosenzweig-Medaille für Dirigent Daniel Barenboim

11. März 2004

Nachhaltig und phantasievoll habe sich Daniel Barenboim für die Überwindung von ethnischen, kulturellen und religiösen Gegensätzen engagiert, hob der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, in seinem Gratulationsschreiben anlässlich der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an den jüdischen Dirigenten und Pianisten hervor. Die Auszeichnung wird am 14. März vom Deutschen Koordinierungsrat für christliche-jüdische Zusammenarbeit in Bad Nauheim verliehen. 

Die Würdigung gelte dem "weltweiten Werben um eine Akzeptanz des Anderen" von Daniel Barenboim und seinen konkreten Schritten zur Versöhnung nicht nur zwischen Deutschen und Juden, sondern auch zwischen Juden und Arabern oder Serben und Kroaten. Dabei habe der jüdische Künstler immer wieder die Musik zu Versöhnung erklingen lassen und "persönlichen Mut für ungewöhnliche Entscheidungen bewiesen". Als er es wagte, Richard Wagner in Israel zu spielen, sei es ihm gelungen, Menschen dafür zu sensibilisieren, dass es keine "entartete" Kunst gebe.

In Zusammenarbeit mit dem Koordinierungsrat habe die evangelische Kirche in den letzten 50 Jahren immer wieder deutlich machen können, "dass antijüdische Äußerungen der christlichen Kirchen der Vergangenheit angehören", so Huber. "Heute treten wir gemeinsam für die Verständigung zwischen den Kulturen, für die Überwindung von Vorurteilen ein und kämpfen gemeinsam gegen jede Form von Rassismus."


Hannover, 11. März 2004
Pressestelle der EKD
Anita Hartmann


Hinweis: Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird seit 1968 jährlich verliehen und ist nach den jüdischen Philosophen und Pädagogen Martin Buber (1878 - 1965) und Franz Rosenzweig (1886 - 1929) benannt. Mit der Auszeichnung werden Persönlichkeiten oder Institutionen gewürdigt, die sich um die Verständigung zwischen ethnischen und religiösen Gruppen verdient gemacht haben und im wissenschaftlichen, künstlerischen, politischen und sozialen Bereich einen Beitrag für die christlich-jüdische Zusammenarbeit geleistet haben. Frühere Preisträger waren Friedrich Dürrenmatt, Lea Rabin, Johannes Rau und Joschka Fischer.
Daniel Barenboim ist in Argentinien geboren, in Israel aufgewachsen und lebt derzeit in Berlin, wo er unter anderem als Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Berlin tätig ist



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