"Griechisch-orthodoxe Kirche wünscht Abstimmung zwischen KEK und Mitgliedskirchen"

EKD-Oberkirchenrätin bilanziert Besuch in Athen

11. Mai 2002

Die Kirche von Griechenland hat großes Interesse an einer engen Abstimmung zwischen der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und ihren Mitgliedskirchen im Blick auf die künftige Gestaltung der Zukunft Europas. Zu diesem Fazit gelangte Antje Heider-Rottwilm, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und zugleich Ko-Moderatorin der Kommission Kirche und Gesellschaft der KEK während einer Begegnung der Kirche von Griechenland mit der Kommission Kirche und Gesellschaft der KEK. Das Treffen hatte am 7. Mai 2002 auf Bitten der griechisch-orthodoxen Kirche in Athen stattgefunden.

Ziel der Begegnung war es, sich darüber abzustimmen, wie die KEK und ihre Mitgliedskirchen mit Blick auf den EU-Konvent reagieren sollten und welche Vorschläge für einen neuen Vertrag oder eine europäische Verfassung erarbeitet werden könnten. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das Anliegen, die christlichen Wurzeln Europas nicht zu vernachlässigen, so die EKD-Delegierte Heider-Rottwilm weiter. Dem Bedürfnis der Menschen nach einer Identität müsse entsprochen werden, da angesichts der Globalisierung viele Menschen das Gefühl bekämen, nur noch als statistische Größe wahrgenommen zu werden. Damit wachse die Gefahr des Fundamentalismus und der Radikalisierung. Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass die Kirchen zu Fragen der europäischen Politik gehört werden müssen, betonte Heider-Rottwilm. Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat sollten auch künftig auf der nationalen Ebene geregelt werden.

Heider-Rottwilm erinnerte daran, dass bereits die Plenarversammlung der Kommission Kirche und Gesellschaft der KEK Ende April ein entsprechendes Votum abgegeben hatte und regelmäßige Konsultationen zwischen den Kirchen und den europäischen Institutionen für notwendig erklärt hatte. Dabei sollten sowohl die Folgen der Globalisierung und die Notwendigkeit sozial- und umweltverträglicher Politik, wie auch die direkten Eigeninteressen der Kirchen zur Sprache kommen.

Teilnehmer des Treffens in Athen waren unter anderem Erzbischof Chistodoulos von Athen und ganz Griechenland, Bischof Athanasios von Achaia, Repräsentant der Kirche von Griechenland in Brüssel, sowie  Keith Jenkins, Direktor der Kommission Kirche und Gesellschaft.

Hannover, 11. Mai 2002
Pressestelle der EKD



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