Bestürzt über die Gewalt in Kosovo und Metohija

Ratsvorsitzender schreibt an den Patriarchen der serbischen Orthodoxen Kirche

26. März 2004

Mit „großer Bestürzung“ habe der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von „dem furchtbaren Ausbruch von Gewalt in der südlichen Provinz Kosovo und Metohija erfahren“ schreibt der Vorsitzende des Rates, Bischof Wolfgang Huber, an das geistliche Oberhaupt der Serbischen Orthodoxen Kirche, Patriarch Pavle, in Belgrad.

Der Rat der EKD, der zur Zeit in Hannover tagt, unterstütze den Appell der außerordentlichen Heiligen Synode der Bischöfe an die staatlichen Organen, an die Europäische Union, die USA, Russland und die Vereinten Nationen, die verbliebene serbische Bevölkerung vor einer endgültigen Vertreibung zu schützen und die Überfälle sofort zu beenden, schreibt der Ratsvorsitzende. Der Rat wolle die deutsche Bundesregierung bitten, den Appell zu unterstützen.

Der Ratsvorsitzende schreibt weiter: „Ich möchte fünf Jahre nach dem Beginn des Kosovokrieges und der jüngsten schrecklichen Vorfälle zum Ausdruck bringen, wie sehr wir am Leben der Serbisch-Orthodoxen Kirche und des serbischen Volkes inmitten vieler ungelöster politischer Probleme Anteil nehmen und auch in Zukunft die gegenseitige Beratung und Hilfeleistung pflegen möchten.“

Der Rat ließ sich informieren, dass in Folge der Gewalt Tausende von Serben fliehen mussten und menschliche Opfer sowie die Zerstörung zahlreicher Kirchen und Klöster einschließlich des Bischofssitzes und der theologischen Fakultät zu beklagen sind. So gut wie alle historischen Zeugnisse der Kirche und des serbischen Volkes in Prisnia seien verbrannt. „Wir sind darüber traurig und möchten Ihnen unser Mitgefühl zum Ausdruck bringen,“ schreibt der Ratsvorsitzende. Der Rat beklagt, dass es in Serbien in Reaktion auf die Übergriffe im Kosovo zu feindseligen Tönen gegen Muslime und sogar zur Zerstörung von Moscheen gekommen sei. Es sei Aufgabe der Kirchen, Aufrufen zu Vergeltung und Gewalt entgegenzuwirken. Darum würdige der Rat die Mahnungen der Serbisch-Orthodoxen Kirche an die Bevölkerung, nicht Böses durch Böses zu vergelten.

Hannover/Berlin, 26. März 2004
Pressestelle der EKD
Christof Vetter



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