EKD-Auslandsbischof: Christen im Iran brauchen Ermutigung

Besuch in deutschsprachiger Gemeinde in Teheran

24. Juni 2002

Nach einem achttägigen Besuch im Iran sprach sich der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Rolf Koppe, heute (24. Juni) in Hannover für eine differenzierende Sicht der Verhältnisse in der islamischen Republik Iran aus: "Es gibt viele Möglichkeiten des Gesprächs mit Gelehrten, die die deutsche Kultur sehr gut kennen und den Dialog suchen". So sei etwa der jüngste Besuch des deutschen Philosophen Jürgen Habermas in Teheran auf ein großes Echo nicht nur unter Studenten gestoßen.

Die deutschsprachige kirchliche Arbeit, die seit über 45 Jahren in einem eigenen Kirchenzentrum die auf Zeit oder auf Dauer im Iran lebenden Deutschsprachigen zu erreichen sucht, sei sehr anerkannt, betonte Koppe. Der Auslandsbischof besuchte neben den einheimischen christlichen Minderheitskirchen, die nach seinen Worten "viel Ermutigung brauchen", auch zwei muslimische Dialogzentren und traf hier mit einer Reihe von Professoren und Politikern zusammen, darunter Ataollah Mohajerani und Mohammad Schabestari. Von allen wurde deutlich der Wunsch nach weiteren Kontakten nach Deutschland zum Ausdruck gebracht. Allerdings empfände man es im Iran als einen großen Rückschlag in den Beziehungen, wenn in Zukunft bei der Einreise nach Deutschland von den Iranern Fingerabdrücke genommen würden, so Koppe. Darüber gebe es aber, so war in der deutschen Botschaft in Teheran zu hören, noch keine endgültige Entscheidung.

Hannover, 24. Juni 2002
Pressestelle der EKD



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