Christliche Schöpfungsspiritualitäten
Christian Creation Spirituality – Faith, Transformation, and Responsibility for Climate and Justice (Originaltext Englisch)
Mtazamo wa Kikristo Kuhusu Uumbaji – Imani, Mageuzi na Wajibu kwa Mabadiliko ya Tabianchi na Utetezi wa Haki (Übersetzung Kiswahili)
Christliche Schöpfungsspiritualität – Glaube, Transformation und Verantwortung für Klima und Gerechtigkeit (Übersetzung)
Glaube, Transformation und Verantwortung für Klima und Gerechtigkeit
Klimawandel, Artensterben und Umweltzerstörung bedrohen die Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen. Zugleich zeigt die ökologische Krise, wie eng die Zerstörung der Natur mit sozialer Ungleichheit verbunden ist. Besonders betroffen sind Länder des Globalen Südens, obwohl sie erheblich weniger zur Erderwärmung beigetragen haben als die wohlhabenden Staaten.
Wie kann der christliche Glaube unterschiedlicher Traditionen angesichts dieser Krise Orientierung geben und Hoffnung wecken? Welche Kraft besitzt Spiritualität für die notwendige sozial-ökologische Transformation? Das Impulspapier verbindet biblische Traditionen und theologische Reflexionen mit konkreten Fragen des gesellschaftlichen Handelns. Dabei versteht es unterschiedliche Schöpfungsspiritualitäten nicht als Rückzug aus der Wirklichkeit. Sie soll Menschen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und die Kirche zu einem Teil der Lösung werden zu lassen.
Unterschiedliche Stimmen im Gespräch
In den Text sind protestantische und orthodoxe Sichtweisen sowie Perspektiven aus afrikanischen Kontexten eingeflossen. Das Impulspapier wurde englisch verfasst und liegt in kiswahilischer und deutscher Übersetzung vor. Es lädt damit ausdrücklich zum Austausch in der internationalen Ökumene ein. Die verschiedenen Beiträge zeigen, wie unterschiedlich christliche Schöpfungsspiritualitäten verstanden und gelebt werden. Spannungen zwischen den Traditionen werden nicht vorschnell aufgelöst, sondern als Chance für einen ökumenischen und interkulturellen Dialog verstanden.
Der Text verbindet die Gewissheit, dass Gott die Welt geschaffen hat und erhält, mit dem Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, gerecht zu teilen und ihre Grenzen zu achten. Er macht deutlich: Der Mensch steht der Natur nicht als uneingeschränkter Herrscher gegenüber. Er ist Teil eines verletzlichen Beziehungsgefüges und auf die Bewohnbarkeit der Erde angewiesen.
Hoffnung, die zum Handeln führt
Unterschiedliche Schöpfungsspiritualitäten finden ihren Ausdruck in Lob und Dank, aber auch in Klage und Umkehr. Sie führen zu einer „Ethik des Genug“, die Wohlstand, Gerechtigkeit und planetare Grenzen zusammendenkt. Genügsamkeit, Maßhalten und Fürsorge werden dabei nicht nur als persönliche Tugenden verstanden. Gefordert sind ebenso gerechte politische und wirtschaftliche Strukturen.
Das Impulspapier gibt Anregungen für Gemeinden und kirchliche Einrichtungen: von einer schöpfungsbewussten Gestaltung der Gottesdienste über nachhaltige Beschaffung und gemeinschaftlich genutzte Güter bis zum Engagement für Klima- und Umweltgerechtigkeit. Christliche Hoffnung wird so zu einer Kraft, die Veränderungen anstößt und die Zukunft mitgestaltet.
Für wen ist dieses Impulspapier?
- Kirchenleitungen und kirchliche Einrichtungen
- Kirchengemeinden und ökumenische Initiativen
- Theologisch und umweltpolitisch Interessierte
- Bildungsarbeit und Erwachsenenbildung
- Umwelt- und Klimaschutzgruppen
- Internationale Partnerschaften
ub
Die Klima- und Umweltkrise fordert nicht nur Politik, Wirtschaft und Wissenschaft heraus. Auch die Kirchen sind gefragt: Welche Kraft kann der Glaube für eine gerechte sozial-ökologische Transformation entfalten? Das dreisprachige EKD-Impulspapier (Englisch, Kiswahili, Deutsch) verbindet biblische und theologische Überlegungen mit afrikanischen, orthodoxen und protestantischen Perspektiven aus Deutschland. Es lädt zur Entdeckung unterschiedlicher Schöpfungsspiritualitäten ein. Darin verbunden sind Lob und Klage, Hoffnung und Umkehr, Genügsamkeit und Fürsorge sowie Einsatz für Klimagerechtigkeit in der einen Schöpfung.
Evangelische Kirche in Deutschland, 2026
eISBN (PDF) 978-3-87843-059-9