Konferenz für Aussiedlerseelsorge in der EKD

Aussiedlerseelsorge: Großmutter mit Kind

„....denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Gal.3,28b)

Dies ist Maria. Sie lebt in Espelkamp und hat Besuch vom kleinen Johannes aus der Nachbarschaft. Sie ist 84 Jahre alt. Ihre Vorfahren waren aus Schwaben ans Schwarze Meer übergesiedelt. Ihr Vater kam in einem russischen Arbeitslager um. Sie selbst wurde mit ihrer Mutter 1941 nach Kasachstan verschleppt. Ihr Mann starb vor zehn Jahren. Sie spricht ein altmodisches Schwäbisch wie sie es von ihrer Mutter lernte. Ihre vier Kinder durften nicht Deutsch sprechen - sie lernten Russisch. Alle zusammen mit ihren Ehepartnern und ihren Enkeln sind nun seit fünf Jahren in Deutschland.

Marias Familie ist ein Beispiel für eine durchschnittliche Aussiedlerfamilie. Früher kamen viele Aussiedelnde aus Polen oder Rumänien, heute fast nur noch aus Russland und den anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion. 100.000 können es jährlich sein. Im Jahr 2002 waren es etwas weniger. Das wird noch eine Reihe von Jahren so weitergehen. Die Zahl der Anträge geht u.a. auf Grund der hohen Hürde eines Sprachtests im Deutschen langsam zurück. Aber das Bundesverwaltungsamt hat noch unbearbeitete Anträge von mehr als 350.000 Personen liegen, von denen in den nächsten Jahren vermutlich immerhin 50% bewilligt werden.

Über die Hälfte der 4 Millionen Aussiedlerinnen und Aussiedler, die seit 1950 zu uns gekommen sind, gibt an, evangelisch zu sein. Davon können wir in unseren Kirchengemeinden profitieren. Die Westfälische Landeskirche z.B. nimmt pro Jahr etwa 5000 Evangelische in ihren Reihen auf - das sind zwei komplette Kirchengemeinden. In den anderen Landeskirchen West wie Ost ist das nicht anders, auch wenn die Größenordnungen meist andere sind.

Es gibt einige sehr fromme Menschen unter ihnen. Davon profitieren wir in unseren Kirchengemeinden. Aber viele wissen nicht, ob überhaupt und wann sie getauft wurden. Noch weniger wissen Sie, was das für ihr Leben bedeutet. Da haben unsere Kirchengemeinden eine große Aufgabe. Die landeskirchlichen Hilfestellungen und die der EKD für die Gemeinden bleiben auf viele Jahre dringend notwendig.

„....denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Gal.3,28b)
Wir sind zwar „einer“ - aber doch nicht alle gleich. Und das tut uns gut.

Mit unseren Informationen auf diesen Seiten richten wir uns in erster Linie an die hauptberuflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden in den Gliedkirchen der EKD und in der Katholischen Kirche, die mit Aussiedlerinnen und Aussiedlern zu tun haben. Für sie wollen wir so etwas wie ein Marktplatz sein, der offen ist für den Austausch der Angebote von Informationen, Erfahrungen, Arbeitsmaterialien, Literatur zum Thema usw. Auch Lehrerinnen und Lehrer oder Studentinnen und Studenten, die sich auf soziale Berufe vorbereiten, werden von unserem Angebot profitieren. Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen - am besten schriftlich per Brief, Fax oder e-Mail:

Referat Aussiedlerseelsorge im
Kirchenamt der EKD
Tel. 0511/2796-205
Fax: 0511/2796-722
Internet: http://www.aussiedlerseelsorge.de/




erweiterte Suche

 

Das könnte Sie auch interessieren...

Leicht zu merken!

aussiedlerseelsorge.de

Die Internetadresse der Aussiedlerseelsorge der EKD.