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Gott sei Dank, es ist Sonntag!

Landeskirchen, Werke und Ökumene

Archiv 2007

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Pfälzische Landeskirche setzt deutliche Zeichen zum Schutz des Feiertags

"Gott sei Dank, es ist Sonntag"

Mit dem Motto "Gott sei Dank, es ist Sonntag" hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) eine Initiative zum Schutz des Sonntags ergriffen, an der sich auch die pfälzische Landeskirche beteiligt. Zahlreiche Pfarrämter machen mit Bannern, die das Motto der Kampagne tragen, Aufklebern und Plakaten auf die Aktion aufmerksam.

Die Neuregelungen der Ladenöffnungszeiten in den Bundesländern seien ausschlaggebend für die Kampagne gewesen, die von der Evangelischen Kirche der Pfalz mit initiiert worden sei, erläuterte Kirchenpräsident Eberhard Cherdron. Konkurrenz unter den Einzelhändlern, aber auch unter den Ländern und Kommunen, hätten den gegenseitigen Druck erhöht. Die Folge sei eine unnötige Ausweitung verkaufsoffener Sonntage. Dem müsse Einhalt geboten werden. "Wir wollen ein Bewusstsein darüber schaffen, was uns der Sonntag eigentlich wert ist", sagte Cherdron bei der pfälzischen Auftaktveranstaltung. Es stehe nicht irgendein Recht der Kirche im Vordergrund, sondern das Recht der Menschen auf einen arbeitsfreien Tag, den man in der Gemeinschaft, in der Familie, mit Freunden und beim Gottesdienst verbringen könne.

In Anlehnung an das dritte Gebot "Du sollst den Feiertag heiligen" appellierte Dekan Friedhelm Jakob mit der Mahnung "Du sollst dich nicht zu Tode hetzen" an die Menschen, am Sonntag die Seele zur Ruhe kommen zu lassen. Jürgen Mock-Böhringer, Sonderseelsorger an der Jugend-strafanstalt in Schifferstadt unterstrich aus Sicht des Gefängnispfarrers die Bedeutung der Sonntagsruhe. "Der römische Kaiser Konstantin hat vor 1700 Jahren die Sieben-Tage-Woche eingeführt. Seitdem ist der Sonntag in Europa Ruhetag und Gottesdiensttag. Entsprechend formuliert auch unsere Verfassung. Heute geben Politiker dem kurzfristigen Gewinnstreben großer Handelsketten Stück um Stück nach und lassen sehenden Auges ein zentrales Stück europäischer Kultur und Lebensweise vor die Hunde gehen", so der Speyerer Oberkirchenrat Gottfried Müller.

Eine Resolution zum Sonntagsschutz hatte die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz bereits bei ihrer Herbsttagung 2006 verabschiedet. Darin fordert sie die Christen auf, "ein Zeichen zu setzen und Sonntagsverkäufe zu boykottieren". Anlass für diese Entschließung war die Änderung des Ladenschlussgesetzes im Landtag von Rheinland-Pfalz. Darin, so die pfälzische Landessynode, sehe sie "eine Aushöhlung des grundgesetzlich garantierten Sonntagsschutzes".

1999 hatte sich die Evangelische Kirche in Deutschland schon einmal für den Schutz des Sonntags eingesetzt. Damals lautete das Motto "Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage". Die aktuelle Initiative richtet sich vor allem gegen die Öffnung von Geschäften am Sonntag. Der auch im Grundgesetz verankerte Schutz des Sonn- und Feiertag sei ein unentbehrliches Element unserer Sozialkultur, begründet der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, die EKD weite Kampagne. Wer die Wertebasis der Gesellschaft stärken wolle, damit Würde und Freiheit ihren Entfaltungsraum behielten, müsse sorgsam mit den Institutionen der Sozialkultur umgehen. (lk)

Hinweis: "'Zeit ist Geld'.oder war da noch was anderes?" lautet eine Podiumsdiskussion zum Thema Sonntagsarbeit und verkaufsoffene Sonntage der protestantischen Kirchengemeinde Iggel-heim am Donnerstag, 4. Oktober, 19.30 Uhr, im Gemeindezentrum. Zum Thema diskutieren Kirchenpräsident Eberhard Cherdron, Hanno Scherer, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, Dirk Reimers, Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft VERDI sowie Jürgen Creutzmann, Landtagsabgeordneter. Die Kabarettgruppe "Die Wollläuse" sorgen für das Rahmenprogramm.


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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 19. September 2011 09:05