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Gott sei Dank, es ist Sonntag!

Landeskirchen, Werke und Ökumene

Archiv 2008

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Sozialpolitischer Aschermittwoch zum Thema "Sonntagsschutz"

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble  hat die beiden großen Kirchen dazu aufgefordert, den Sinn des Sonn- und Feiertagsschutzes deutlich zu machen. Das sagte Schäuble beim Sozialpolitischen Aschermittwoch in der Evangelischen Auferstehungskirche in Essen. "Entschleunigung in der Globalisierung - zur Diskussion um den Sonntag" lautete der Titel der Veranstaltung, zu der die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) und das Bistum Essen gemeinsam eingeladen hatten.

Der Schutz des Sonntags habe Verfassungsrang. "Und dabei wird es auch bleiben", versicherte der Minister beim "Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen". Doch die im Grundgesetz garantierte "seelische Erbauung" könne der Staat nicht anordnen. "Wenn es den Kirchen nicht gelingt, die Bedeutung solcher Gemeinsamkeit zu vermitteln, dann wird der gesetzliche Schutz schnell zu einer leeren Hülle."

"Gott sei Dank, es ist Sonntag" - so lautet der Slogan der Kampagne, mit der die evangelische Kirche für die Bedeutung der Sonntagsruhe wirbt. Beim Sozialpolitischen Aschermittwoch sagte der Präses der rheinischen Kirche, Nikolaus Schneider: "Arbeit ist nicht alles. Leistung ist nicht alles. Produktivität ist nicht alles. Gewinn ist nicht alles." Wirtschaften sei ein Teilbereich des Lebens. Um die Würde der Menschen als Geschöpfe Gottes zu bewahren, sei die Feiertagsheiligung von herausragender Bedeutung. Sonn- und Feiertage dienten als Verschnaufpause, Gelegenheit zur Begegnung mit anderen Menschen und dem gemeinsamen Gottesdienst. "Seelische Erbauung" - das Wort sei zwar altmodisch, aber treffend, erklärte der leitende Geistliche der rheinischen Kirche.

Der Innenminister betonte in seiner Rede weiter, Sonn- und Feiertage seien "herausgehobene Zeiten der Gemeinschaft". Noch immer besuchten am Wochenende mehr Menschen Gottesdienste als Fußballspiele, sagte der Minister, "man glaubt das gar nicht, es ist aber statistisch belegt". Weiter unterstrich er die Bedeutung von Ritualen wie dem Sonntagsspaziergang in der Familie, aber eben auch dem Gottesdienst in der Kirche. "In der globalisierten Welt nehmen die Belastungen durch den weltweiten Wettbewerb und den ständigen Wandel zu." Umso wichtiger würden Zeiten der Nicht-Belastung, so Schäuble weiter. "Sie dienen der Muße, der Erholung oder der Besinnung, sie verschaffen uns eine Auszeit vom Druck der Globalisierung und sie lassen Freiraum für Gemeinschaft, Kreativität und Spontaneität."

Der Sabbath, die jüdische Wurzel der Sonntagsruhe, diene dem Menschen, nicht umgekehrt, hatte zu Beginn des Sozialpolitischen Aschermittwochs Bischof Dr. Felix Genn betont. Die Globalisierung habe zu einer Beschleunigung der ökonomischen Entwicklung geführt. "Entschleunigung ist nötig."

 

Düsseldorf, 06. Februar 2008

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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 19. September 2011 09:05