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Gott sei Dank, es ist Sonntag!

News 2007

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Evangelische Kirche macht sich für Sonntagsruhe stark

Neue Kampagne startet am Mittwoch

 Frankfurt a.M. (epd). Die evangelische Kirche will mit einer neuen Aktion für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags werben. Die bundesweite Kampagne wird am Mittwoch in Hannover gestartet. Vor dem Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird dann eine Plakatwand mit dem Motiv der Aktion enthüllt. In den Bundesländern wollen sich weitere Landeskirchen der Initiative anschließen, deren Motive auf Plakaten, Anzeigen und mit Materialien in den nächsten Monaten für den Sonntagsschutz werben.

Den Anstoß zu der Kampagne, die von der EKD koordiniert wird, gab die umfassende Ausweitung der Ladenöffnungszeiten in den vergangenen zwölf Monaten. Seit der Föderalismus-Reform vom September 2006 ist es in zahlreichen Bundesländern zulässig, die Geschäfte rund um die Uhr zu öffnen. Der Ladenschluss an Sonn- und Feiertagen ist dabei in einigen Ländern deutlich gelockert worden.

Im vergangenen Juni riefen die beiden großen Kirchen wegen der Sonntagsöffnung des Einzelhandels in Berlin das Bundesverfassungsgericht an. Berlin habe sich verpflichtet, den Schutz der Sonntage und kirchlichen Feiertage zu gewährleisten. Gleichzeitig könne der Handel in Berlin an bis zu zehn Sonntagen im Jahr öffnen, begründeten der evangelische Bischof und EKD-Ratsvorsitzende, Wolfgang Huber, und Kardinal Georg Sterzinsky die Verfassungsbeschwerde.

Die Kirchen argumentieren, die Sonntagsruhe sei ein hohes kulturelles Gut. Die Menschen hätten das Recht auf einen Tag gemeinsamer Freizeit. Daher sei die Entscheidung für den Gang nach Karlsruhe "ganz eindeutig". Verankert ist der verfassungsrechtliche Schutz des Sonntags seit 1919 in Artikel 139 der Weimarer Reichsverfassung, der später in das Grundgesetz übernommen wurde: "Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt". Durch immer mehr Sonntagsarbeit und Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten wird diese Verfassungsbestimmung aus Sicht der Sicht der Kirchen ausgehöhlt.

Die EKD hatte sich bereits 1999 mit einer bundesweiten Kampagne gegen die Ausweitung der Sonntagsarbeit gewandt. Das Motto damals lautete "Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage". Am kommenden Freitag werden die evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen die Kampagne auf regionaler Ebene aufgreifen. Die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche, die zusammen 5,4 Millionen Christen repräsentieren, machen sich für den Sonntag stark.

Unterstützt wird die neue Sonntagsinitiative von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der neben den großen Kirchen die Orthodoxen und fast alle Freikirchen angehören. Die katholische Kirche, obwohl ACK-Mitglied, beteiligt sich allerdings nicht an der Kampagne. Auch in Bayern und Baden-Württemberg, werden sich die evangelischen Kirchen abseits halten. Deren Begründung leuchtet ein: die beiden süddeutschen Bundesländer sahen von einer Lockerung des Sonntag- und Feiertagsschutzes ab.


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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 19. September 2011 09:06