
Kirchenjahr 2008/2009
Sonntage hören
08.02.2009: Septuagesimä
Wochenlied
Es ist das Heil uns kommen her (EG 342)
Melodie: Mainz um 1390, Nürnberg 1523/24
Text: Paul Speratus 1523
Evangelium des Sonntags: Von den Arbeitern im Weinberg, Mt 20, 1-16
Septuagesimae - lateinisch für der 70. - weist mit seinem Namen auf die Zeitspanne von 70 Tagen bis zum Ende der Osterwoche hin.
"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" lautet eine oft geäußerte Forderung. An diesem Maßstab gemessen, wirkt der Evangeliumstext befremdlich : Egal wie lange die Arbeiter im Weinberg tätig waren, sie erhalten alle den gleichen Lohn. Doch handelt es sich bei diesem Text um ein Gleichnis für das Reich Gottes: In seinem Reich ist für alle gesorgt: Jeder bekommt das ihm Versprochene - oder sogar noch mehr.
Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen.Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir.Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. (Mt 20, 1- 16)
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