EKD-Statistik

Bildung und Erziehung

"Wo Glaube wächst und Leben sich entfaltet."
(Erklärung des Rates der EKD, 2004)

Für die evangelische Kirche ist – auf der Grundlage ihres Glaubens- und Kirchenverständnisses – Bildung von der Reformationszeit an ein zentrales Thema. Darum ist sie auch Trägerin zahlreicher Bildungseinrichtungen. Gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Institutionen und Trägern teilt sie die Verantwortung für die humane Qualität von Erziehung und Bildung im öffentlichen Bildungssystem. Auf der Basis des Grundgesetzes (GG Art. 7) räumt der Staat den Kirchen und Religionsgemeinschaften als freien Trägern konfessioneller Kindertagesstätten und Schulen eine Mitverantwortung für das Bildungswesen ein. Wöchentlich nehmen mehr als drei Millionen Kinder und Jugendliche am Religionsunterricht teil. Auch er dient der persönlichen Grundrechtsausübung: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen sich frei und selbstständig religiös orientieren können.

Die evangelische Kirche trägt auch Verantwortung für die Erschließung und Vermittlung der christlichen Glaubensüberlieferung in der Folge der Generationen. Diese Bildungsarbeit findet im unmittelbaren Bereich der Kirche, überwiegend in den Kirchengemeinden statt: als Konfirmandenunterricht, in der Kinder- und Jugendarbeit und in den vielfältigen Veranstaltungen zur Erwachsenenbildung.

Ergänzend treten übergemeindliche Angebote der Familienbildungsstätten und der evangelischen Akademien hinzu. In den 16 Evangelischen Akademien, die sich im Dachverband "Evangelische Akademien in Deutschland e.V." (EAD) zusammengeschlossen haben, wirken etwa 140 hauptamtliche Studienleiterinnen und Studienleiter. Jährlich werden mit etwa 2 000 Veranstaltungen mehr als 100 000 Teilnehmende erreicht. Daneben gibt es 5 evangelische Akademien, die dem EAD als außerordentliche Mitglieder verbunden sind, sowie zahlreiche weitere kleine Tagungshäuser mit eigenem Kurs- und Seminarprogramm. Oft haben die Tagungshäuser, wie zum Beispiel in Loccum, Bad Boll, Arnoldshain oder Tutzing symbolische Bedeutung und sind Teil der Identität evangelischer Akademien.

Die quantitativ größte Bedeutung im kirchlichen Bildungsangebot kommt dem Elementarbereich mit 8 500 evangelischen Kindertagesstätten zu. 17 Prozent aller Kindertagesstätten befinden sich in evangelischer Trägerschaft. 510 000 Kinder werden dort von 68 000 pädagogischen Kräften betreut. Sie sind ein integraler Bestandteil der Kirchengemeinde und zugleich ein offenes Angebot für alle Kinder und Familien im Wohnumfeld. Als Ort religiöser Bildung erfüllen die Kindertagesstätten auf ihre Weise das Taufversprechen der Gemeinden gegenüber den Eltern.

Kindertagesstätten und Horte*
Einrichtungen 8 495
Plätze 544 380
Beschäftigte insgesamt 85 565

* Statistisches Bundesamt: Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe - Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen am 01.03.2011.

Ein zunehmend wichtiger werdendes Aufgabenfeld kirchlicher Bildungs- und Erziehungsarbeit sind die evangelischen Schulen, die z.T. direkt von der verfassten Kirche, z.T. aber auch als diakonische Einrichtung, von einem eingetragenen Verein oder von einer Stiftung betrieben werden. Sie werden wahrgenommen als lebendiger Ausdruck von Kirche. Für evangelische Schulen gehören Glaube und Bildung zusammen und dokumentieren das Engagement einer zukunftsgewandten Kirche, die ihre besondere Verantwortung ernst nimmt. Mit dieser ganzheitlichen Förderung will die evangelische Kirche Kindern und Jugendlichen eine lebensbegleitende Orientierung ermöglichen. 596 der insgesamt 1 134 evangelischen Lehranstalten sind berufsbezogene Schulen mit knapp 53 000 Schülerinnen und Schülern, die hier überwiegend in pflegerischen und erzieherischen Berufen ausgebildet werden. Eine große Bedeutung haben die 170 evangelischen Förderschulen. Mit fünf Prozent an dem gesamten Angebot dieser Schulart erfüllen sie auf besondere Art den diakonischen Auftrag der Kirche.

Evangelische Schulen*
Schultyp Anzahl der Schulen Anzahl der Schüler/- innen
Grundschulen mit Orientierungs-/Beobachtungsstufe 162 20 945
Hauptschulen 20 2 875
Schularten mit mehreren Bildungsgängen 36 5 502
Real- und Mittelschulen 47 13 009
Gymnasien und Kollegs 92 48 863
Integrierte Gesamtschulen 11 4 748
Förderschulen 170 19 450
Berufsbezogene Schulen 596 52 780
Insgesamt 1 134 168 172

* Auf Basis der Erhebung 2007.

Weitere Daten sind im Downloadbereich dieser Seite zu finden.



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