EKD-Statistik

Evangelische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe

"Unser tägliches Brot gib uns heute." (Matthäus 6, 11)

Die evangelische Entwicklungshilfe ist ein Beitrag zur Förderung von Frieden und Gerechtigkeit sowie Bewahrung der Schöpfung. In Deutschland wird sie von zwei Organisationen getragen, dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und dem Diakonischen Werk.

Internationale Projekt- und Programmförderung des EED*

Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) unterstützt mit finanziellen Beiträgen, personeller Beteiligung und fachlicher Beratung Kirchen, christliche Organisationen und private Träger, die sich am Aufbau einer gerechten Gesellschaft beteiligen, sich gegen Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht und Religionszugehörigkeit einsetzen und Menschen beistehen, die in Not und Armut leben, deren Menschenwürde verletzt wird oder die von Krieg und anderen Katastrophen bedroht sind. Außerdem ergreift und fördert er Maßnahmen, die in Kirche, Öffentlichkeit und Politik das Bewusstsein und die Bereitschaft wecken, sich für die Überwindung von Not, Armut, Verfolgung und Unfrieden in der Welt einzusetzen und die dazu beitragen können, dass sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine menschliche Entwicklung verbessern.

Das Haushaltsvolumen des EED beträgt im Jahr 2010 167,6 Millionen Euro. Es wird zu 28,3 Prozent (47,3 Millionen Euro) aus Kirchensteuermitteln, zu 3,0 Prozent (5,0 Millionen Euro) aus Spendenmitteln von "Brot für die Welt", zu 66,2 Prozent (111,0 Millionen Euro) vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und zu 2,5 Prozent (4,1 Millionen Euro) aus sonstigen Einnahmen aus Projekten und Leistungen finanziert. Für die internationale Projekt- und Programmförderung werden 68,6 Prozent, für die Personalprogramme und Stipendien 14,9 Prozent der Haushaltsmittel bereitgestellt. Außerdem werden für die entwicklungsbezogene Förderung in Deutschland und die Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit des EED 5,5 Prozent und für die Programmkoordination und Projektbearbeitung 11,0 Prozent verwendet.

Der EED finanziert Entwicklungsvorhaben von Partnerorganisationen in Entwicklungsländern, führt aber selbst keine eigenen Projekte in Übersee durch. Im Jahr 2010 wurden vom EED 275 internationale Projekte und Programme mit einem Fördervolumen von 114,9 Millionen Euro bewilligt.

Förderung (Sektor)

Projekte

Mio. EUR

Prozent

Stärkung der Zivilgesellschaft
73
31,0
27,0
Integrierte ländliche Entwicklung / städtische Entwicklung
45
25,9
22,5
Bildung
21
10,2
8,9
Gesundheit
15
10,1
8,8
Menschenrechte, Frieden, Frauenförderung, Medien
73
21,2
18,5
Landwirtschaft, Kleingewerbe, Kleinkredit
34
11,6
10,1
Umwelt und Wasser
7
2,9
2,5
Infrastruktur und soziale Dienste
7
2,0
1,7
Insgesamt
275
114,9
100,0

* Auf Basis der Erhebung 2010.

Internationale Projektförderung von "Brot für die Welt"*

"Brot für die Welt" ist eine Aktion der Entwicklungszusammenarbeit, die von allen evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland unterstützt wird. Gemeinsam mit der Diakonie Katastrophenhilfe wird "Brot für die Welt" vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. getragen.

"Brot für die Welt" wurde 1959 in Berlin gegründet. In enger Zusammenarbeit mit Partnern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa unterstützt die Aktion Menschen dabei, ihre Armut zu überwinden. "Den Armen Gerechtigkeit" lautet das Leitmotiv der Arbeit. Derzeit leistet die evangelische Hilfsorganisation in mehr als 1 000 Entwicklungsprojekten Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es, die Menschen zu befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihre Rechte einzufordern.

Region

Projekte

Mio. EUR

Prozent

Lateinamerika/Karibik
263
10,7
21,9
Afrika
355
14,5
29,5
Asien/Pazifik
286
12,5
25,5
Europa/Zentralasien
39
1,3
2,7
International
77
10,0
20,4
Insgesamt
1 020
49,0
100,0

Neben Programmen zur Ernährungssicherung bilden die Förderung von Bildung und Gesundheit, der Kampf gegen HIV/Aids sowie Menschenrechts-, Friedens- und Versöhnungsarbeit Schwerpunkte des Engagements. Durch seine Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland und Europa versucht "Brot für die Welt" darüber hinaus, politische Entscheidungen im Sinne der Armen zu beeinflussen und die Öffentlichkeit für deren Nöte zu sensibilisieren.

"Brot für die Welt" finanziert seine Arbeit fast ausschließlich aus Spenden. Hinzu kommen Nachlässe, Bußgelder sowie Beiträge Dritter wie Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Europäischen Union sowie von Misereor für gemeinsame Projekte. 2010 erhielt die Hilfsorganisation Finanzmittel in Höhe von 73,1 Millionen Euro, darunter 62,1 Millionen Euro Spenden. Damit wurden 1020 Projekte in 73 Ländern gefördert.

Mittelverwendung nach Programmprioritäten

Prozent

Zugang zu Basisdienstleistungen
22,7
Ernährung sichern
31,2
Gewalt überwinden, Demokratie fördern
24,0
Übergreifende Maßnahmen
14,5
HIV/Aids bekämpfen
7,6
Insgesamt
100,0

* Auf Basis der Erhebung 2010.

Internationale Projek.tförderung der Diakonie Katastrophenhilfe*

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist die humanitäre Hilfsorganisation der evangelischen Kirchen in Deutschland. Sie hilft seit über 50 Jahren Überlebenden von Naturkatastrophen ebenso wie Opfern von Krieg oder Vertreibung - unabhängig von deren Nationalität, Religion oder Volkszugehörigkeit. Neben der unmittelbaren Soforthilfe engagiert sie sich beim Wiederaufbau und in der Katastrophenvorsorge.

Dabei fördert die Diakonie Katastrophenhilfe vor allem im Verbund mit dem weltweiten kirchlichen humanitären Netzwerk ACT Allience (Action by Churches Together) die Selbsthilfebemühungen einheimischer Partner.

Die Spendeneinnahmen in 2010 waren mit 41,0 Millionen Euro sehr viel höher als im Vorjahr (6,6 Millionen Euro). Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass sich 2010 zwei große medienwirksame Katastrophen in Haiti und Pakistan ausgewirkt haben.

Es wurden 220 Projekte in 42 Ländern weltweit durchgeführt.

Region

Projekte

Mio. EUR

Prozent

Afrika
72
10,3
34,6
Amerika
52
11,1
37,6
Asien
76
7,4
24,9
Europa
7
0,7
2,5
International
13
0,1
0,4
Insgesamt
220
29,6
100,0

* Auf Basis der Erhebung 2010.

Weitere Daten sind im Downloadbereich dieser Seite zu finden.



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