EKD-Statistik

Kirchliche Finanzen

"Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient." (1. Korinther 10, 24)

Die vielfältigen Aufgaben der evangelischen Kirche verursachen Kosten von etwa 10 Milliarden Euro jährlich, die von der EKD und ihren Gliedkirchen, Kirchenkreisen und Kirchengemeinden aufgebracht werden müssen.

Die Arbeit der Kirche wird hauptsächlich durch ihre Mitglieder getragen. So ist die Kirchensteuer als Mitgliedsbeitrag die wichtigste Einnahmequelle und das Fundament aller Finanzierungen. Weitere Einnahmen kommen aus Gemeindebeiträgen, Kirchgeld, Spenden und Kollekten. Wichtig für die Arbeit sind auch Fördermittel und Zuschüsse der öffentlichen Hand. Solche Zahlungen erhält unter vergleichbaren Umständen jeder, der Leistungen für die Allgemeinheit erbringt. Dazu gehören vor allem Kindertagesstätten und andere Bildungseinrichtungen. Dennoch ist der kirchliche Eigenanteil hier erheblich und unverzichtbar. An den Gesamteinnahmen der evangelischen Kirche haben Fördermittel und Zuschüsse einen Anteil von 18,6 Prozent.

Eine Besonderheit sind die sogenannten Staatsleistungen. Dabei handelt es sich um rechtliche Verpflichtungen der Bundesländer, die teils auf einstige Enteignungen kirchlicher Ländereien zurückgehen. Sie sind Pachtersatzleistungen vergleichbar. Ihr Anteil am Gesamthaushalt beträgt 2,6 Prozent. Eine grundgesetzlich gebotene Ablösung dieser Zahlungen steht noch aus.

Ein weiterer Teil Einnahmen beruht auf leistungsbezogenen Einnahmen, seien es Entgelte oder Beiträge für kirchliche bzw. allgemeingesellschaftliche Leistungen, wie den Kindertagesstätten oder Schulen (12,3 Prozent). Schließlich stammen weitere 7,3 Prozent der Gesamteinnahmen aus dem kirchlichen Vermögen (Mieten, Pachten, Betriebskostenerstattungen, Kapitalerträge).

Einnahmen der Evangelischen Kirche in Deutschland und ihrer Gliedkirchen*
Einnahmeart Mio. EUR Prozent
Kirchensteuer und Gemeindebeitrag 5.200 50,8
Kollekten, Opfer und Spenden 310 3,0
Entgelte für kirchliche Dienstleistungen (z.B. Elternbeiträge in Kindereinrichtungen, Schulgeld, Friedhofswesen, sonstige Erträge) 1.260 12,3
Vermögenseinnahmen (Mieten, Pachten, Kapitalerträge) 750 7,3
Fördermittel und Zuschüsse von Dritten 1.900 18,6
Investitionszuschüsse 50 0,5
Staatsleistungen 264 2,6
Sonstiges (Darlehen, Rücklagen) 500 4,9
Einnahmen insgesamt 10.234 100,0

* Stand 2013 geschätzt auf Basis der Erhebung 2005.

Gut zwei Drittel der Ausgaben entfallen auf die Leistungsbereiche der kirchlichen Arbeit. Überwiegend handelt es sich dabei um Personalkosten. Hier wird deutlich, dass Dienst der Kirche Dienst am Menschen ist und einen großen Einsatz an haupt- und ehrenamtlicher Arbeitskraft erfordert. Den größten Anteil an den Kosten hat dabei naturgemäß der Bereich Seelsorge, Verkündigung und allgemeine Gemeindearbeit mit 3,4 Milliarden Euro, gefolgt von der gemeindediakonischen Arbeit, zu der auch die evangelischen Kindertagesstätten zählen, mit 2,5 Milliarden Euro.

Die Einrichtungen der Diakonie finanzieren sich anders als oben beschrieben. Hier sind Leistungsabrechnungen - insbesondere über die Krankenkassen - tragendes Element. Bei rund 28.000 selbstständigen Einrichtungen ist die statistische Zusammenfassung dieses Finanzbereiches allerdings nicht möglich.

Aufgaben der Evangelischen Kirche in Deutschland und ihrer Gliedkirchen und deren Kosten*
Aufgabenbereich Mio. EUR Prozent
Pfarrdienst und Religionsunterricht 2.000 19,5
Allgemeine Gemeindearbeit; Arbeit mit Kindern und Jugendlichen 1.220 11,9
Besondere kirchliche Dienste 180 1,8
Kindertagesstätten (ohne Gebäudekosten) 1.900 18,6
Gemeindediakonische Arbeit 550 5,4
Friedhofswesen 180 1,8
Ökumene und Weltmission 170 1,7
Öffentlichkeitsarbeit 80 0,8
Bildungswesen und Wissenschaft 230 2,3
Leitung und Verwaltung 800 7,8
Substanzerhaltungsrücklagen, Darlehen, Vermögensverwaltung 330 3,2
Unterhaltung und Pflege der Gebäude 1.040 10,2
Kosten der Kirchensteuerverwaltung 171 1,7
Versorgung 650 6,4
sonstige Ausgaben (u.a. Zins und Tilgung; Rücklagen) 733 7,2
Ausgaben insgesamt 10.234 100,0

* Stand 2013 geschätzt auf Basis der Erhebung 2005.

Umfassende Finanzdaten aus der Evangelischen Kirche in Deutschland und ihren Gliedkirchen werden mit der EKD-Finanzstatistik erhoben. Hierzu werden die Haushaltsdaten aller öffentlich-rechtlichen Körperschaften der evangelischen Kirche (EKD, Landeskirchen, Dekanate, Kirchenkreise, Gemeinden etc.) zusammengeführt. Wegen der großen Anzahl der Erhebungseinheiten (über 16.000) und des damit verbundenen Abstimmungs- und Arbeitsaufwandes werden Finanzstatistiken in großen zeitlichen Intervallen (5 - 10 Jahre), zuletzt 2005, durchgeführt. Strukturell und volumenmäßig gibt es von Erhebung zu Erhebung nur geringe Veränderungen. Aktuelle Daten zum Kirchensteueraufkommen sind auf der Seite "Kirchensteuer" zu finden.

Weitere Daten sind im Downloadbereich dieser Seite zu finden.