EKD-Statistik

Kirchensteuer

"Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient" (1. Korinther 10, 24)

Die evangelischen Landeskirchen finanzieren ihre Arbeit überwiegend aus den Beiträgen ihrer Mitglieder, der Kirchensteuer. Sie wird - gegen Erstattung der entstehenden Verwaltungskosten - von den staatlichen Finanzbehörden verwaltet und eingezogen. 2014 wurden 5,0 Milliarden Euro an Kirchenlohn- und -einkommensteuer eingenommen. Einige Landeskirchen erheben außerdem ein geringfügiges Kirchgeld von Gemeindegliedern, die nicht steuerpflichtig sind. Im ländlichen Raum werden vereinzelt Beiträge als Zuschlag zur Grundsteuer erhoben. Das Aufkommen betrug 2014 bundesweit rund 29,1 Mio. Euro.

Als Ausdruck der Solidarität zwischen den evangelischen Landeskirchen gibt es einen Finanzausgleich. Er ist zwar nicht als reiner West-Ost-Transfer konzipiert, kommt im Ergebnis aber wesentlich den östlichen Landeskirchen zugute. Mit dem Finanzausgleich wird ein bundesweit möglichst gleiches und breit gefächertes kirchliches Angebot ermöglicht.

Kirchensteuer insgesamt*
5.077,8 Mio. EUR
Kirchenlohn- und -einkommensteuer
4.977,4 Mio. EUR
Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer**
71,2 Mio. EUR
Sonstige Steuer (z.B. Zuschläge zur Grundsteuer) und Kirchgeld
29,1 Mio. EUR
Durchschnittliches Pro-Kopf-Aufkommen an Kirchensteuer
220,39 EUR

*   Auf Basis der Erhebung 2014.
** Für Erträge aus im Privatvermögen gehaltenen Kapitalanlagen (z.B. Zinsen, Dividenden) gilt mit Beginn des Jahres 2009 ein neues Erhebungsverfahren und ein gesenkter Steuersatz (Abgeltungssteuer). Seit dem Jahr 2015 erhält die abzugspflichtige Stelle die Religionszugehörigkeit unter strenger Beachtung des Datenschutzes direkt aus dem ELSTAM-Verfahren der Finanzverwaltung mitgeteilt. Weitere Informationen hierzu sind auf der Seite "Kirchenfinanzen" in der Rubrik Kirchensteuer - Arten und Berechnungen zu finden.

Rein rechnerisch ergibt sich 2014 pro Gemeindeglied damit ein Steueraufkommen in Höhe von 220,39 Euro. Durch die Anbindung der Kirchensteuer als Zuschlag zur Einkommensteuer werden die Mitglieder aber entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit belastet. Gering Verdienende zahlen keine oder nur recht geringe Kirchensteuern, während „starke Schultern“ entsprechend mehr tragen.

Wer zahlt wieviel?
Beispiele aus der Lohnsteuertabelle 2014 bei einem Kirchensteuerhebesatz von 9 Prozent *

Monatseinkommen (brutto)
Ledig, 
St.-kl. I;
Verheiratet,
St-kl. IV
Verheiratet,
St.-kl. III
Verheiratet,
1 Kind, 
St.-kl. III/1
Verheiratet,
2 Kinder,
St.-kl. III/2
2 000 EUR
18,72 EUR
2,36 EUR
-
-
3 000 EUR
41,10 EUR
19,69 EUR
7,66 EUR
-
3 500 EUR
53,65 EUR
29,38 EUR
16,43 EUR
5,14 EUR
4 000 EUR
67,10 EUR
39,53 EUR
26,02 EUR
13,10 EUR

* In den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern beträgt der Kirchensteuerhebesatz 8%.

Weitere Daten sind im Downloadbereich dieser Seite zu finden.