Beschlüsse

5. Tagung der 9. Synode der EKD (5.-10. November 2000, Braunschweig)

Situation in der Bundesrepublik Jugoslawien

Im Rückblick auf den Krieg in der Bundesrepublik Jugoslawien bekundet die Synode der EKD ihre Trauer über die unermesslichen Kriegsfolgen.

Die Synode gibt ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Umbruch in der Bundesrepublik Jugoslawien eine friedliche demokratische Entwicklung in Gang setzt. Die Serbische Orthodoxe Kirche hat zur Zeit der Wahlen und des Machtwechsels eine wichtige Rolle gespielt. Die Evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik Jugoslawien haben sich insbesondere durch das Ökumenische Hilfswerk in Novi Sad für die Unterstützung vieler Flüchtlinge engagiert.

Wir sind dankbar für die vertrauensvolle ökumenische Zusammenarbeit mit der Serbischen Orthodoxen Kirche in Deutschland/ Diözese für Mitteleuropa, die es ermöglichte, eine Plattform für den Dialog über den Aufbau einer zivilen Gesellschaft zu errichten.

Die Situation in der Bundesrepublik Jugoslawien ist noch immer gespannt und die demokratische Entwicklung gefährdet. Die Zerstörungen und tiefen Verletzungen in der Vergangenheit, die dauerhaften Kriegsfolgen, der schwierige Wiederaufbau sowie die ungelösten Konflikte der Gegenwart in der Bundesrepublik Jugoslawien belasten die Menschen und die Kirchen in der Region.

Große Sorge besteht weiterhin in bezug auf die Lage im Kosovo. Seit dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen werden immer wieder Menschen - nun anderer Bevölkerungsgruppen als vor dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen - unterdrückt und vertrieben. Gleichzeitig beklagen wir mit allen Glaubensgemeinschaften die Zerstörung zahlreicher Gebets- und Gottesdienststätten.

Die Synode begrüßt das Projekt 'Der Beitrag der religiösen Gemeinschaften für Vertrauensbildung und Versöhnung in Südost-Europa', das von der Konferenz Europäischer Kirchen als Beitrag in den Stabilitätspakt für Südost-Europa eingebracht wird. Sie hofft, dass durch dieses Projekt die geschundenen Menschen beim Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft in der Region wirksam unterstützt werden.

Die Synode bittet, im persönlichen Gebet und in der gemeinsamen Fürbitte um den Beistand Gottes für Versöhnung und Frieden in Jugoslawien nicht nachzulassen.

Sie bittet die Gliedkirchen und kirchlichen Werke, aber auch die vielfältigen schon tätigen Initiativen, weiterhin humanitär zu helfen und Partnerschaften aufzubauen oder zu vertiefen.

Die Synode bittet den Rat der EKD dafür Sorge zu tragen, dass die EKD sich finanziell und personell an dem oben genannten Projekt der KEK 'Der Beitrag der religiösen Gemeinschaften für Vertrauensbildung und Versöhnung in Südost-Europa' beteiligt.

Die Synode bittet den Bevollmächtigten des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, sich für eine zügige Umsetzung der zugesagten Maßnahmen im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südost-Europa einzusetzen.

Braunschweig, den 9. November 2000

Der Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland


Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch den Präses der Synode!

 



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