Grußworte

5. Tagung der 9. Synode der EKD (5. - 10. November 2000, Braunschweig)

Bischof Emanuel M. Temmers

Moravian Church in Südafrika

Verehrter Herr Präses, Dr. Jürgen Schmude,
verehrter Herr Ratsvorsitzender,
Schwestern und Brüder in Christus,

im Namen der Moravian Church, Ihnen bekannt als Herrnhuter Brüdergemeine, grüße ich Sie herzlich. Ich komme aus Südafrika und überbringe Ihnen die Grüße und Segenswünsche unserer Kirche. Ich danke Ihnen, Herr Präses, für die Ehre der Einladung zur Teilnahme an der 5. Tagung der 9. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

In diesem Jahr erinnern wir uns in besonderer Weise an Graf Nikolaus von Zinzendorf, der vor 300 Jahren geboren wurde. Der weltweiten Herrnhuter Gemeinschaft ist die Erinnerung an das Leben, Zeugnis und die Theologie Zinzendorfs wichtig. Durch seine geistliche Führung hat er in besonderer Weise am Anfang des 18.Jahrhunderts das Zeugnis der Herrnhuter Brüdergemeine und deren Erneuerung geprägt.

Der Eifer für die Mission und seine zahllosen Anstrengungen zur Ausbreitung der Botschaft von der Gnade und Befreiung prägt Graf Zinzendorfs Werk. Die Früchte dieser Arbeit und die im Glauben und Gottvertrauen unternommene Missionsarbeit, durch die Gebete der Heimatgemeinde in Herrnhut getragen, führten zur Gründung vieler Gemeinden weltweit. In allen diesen Gemeinden wurde das Evangelium Norm und Grundlage für das tägliche Leben aller ihrer Mitglieder.

Ich darf Sie heute auch anstelle vieler ökumenischer Partner grüßen; sie sind mit mir hierher gekommen sind, um mit Ihnen die Freude und den Segen dieser Synode zu teilen.

Verehrter Herr Präses, für diese Tagung wurde das wichtige und herausfordernde Thema: "EINS IN CHRISTUS. KIRCHEN UNTERWEGS ZU MEHR GEMEINSCHAFT" gewählt. In der Tat ist es für die Kirche Jesu Christi wichtig, der Einheit in Christus immer wieder neu Ausdruck zu verleihen. Die Welt soll die Kirche als den einen Leib ihres Herrn Jesus Christus erfahren und auch andere Religionen sollen die christliche Kirche als Einrichtung aufrichtiger Geschwisterschaft und Gemeinschaft kennen lernen.

Mein Hiersein gibt mir auch die Gelegenheit, der EKD, ihrer Ökumene- und Auslandsarbeit - aber auch dem Kirchlichen Entwicklungsdienst - für alle Unterstützung der weltweiten ökumenischen Familie zu danken. Wir sind uns der Notwendigkeit dieser ökumenischen Beziehungen bewusst. Es ist mir aber auch wichtig darauf hinzuweisen, dass ökumenische Beziehungen weit mehr darstellen, als finanzielle Hilfe und Unterstützung. Genauso wichtig sind die gegenseitigen Fürbitten und die geistliche Gemeinschaft. Das Teilen unserer Sorgen und Herausforderungen, die Förderung eines gegenseitigen besseren Verständnisses und die Förderung des Dialogs untereinander sollten verstärkt Aufmerksamkeit finden. Eine Kirche, die ökumenische Gastfreundschaft vernachlässigt und die christlichen Brüder und Schwestern anderer Konfessionen vergisst, wird mit Sicherheit in Abgrenzung geraten - ihre Stimme wird verstummen.

Ich danke der EKD-Delegation, die uns im August dieses Jahres in Südafrika und Namibia besucht hat. Dadurch haben Sie Ihren festen Wunsch und Willen zur Gemeinschaft und zum Teilen unserer Anliegen zum Ausdruck gebracht. Wir schätzen es außerordentlich, in welcher Weise Sie in Toleranz und mit Verständnis auf die verschiedenen Partner gehört haben. Dieser Aspekt unseres Austauschs und unserer Verbindung, nämlich sorgfältig aufeinander hören, ist eine Grundvoraussetzung für unsere Bemühungen um Einheit und gegenseitiges Verstehen.

Zu den vielen Herausforderungen für die Kirchen gehören in diesen Tagen besonders Fremdenfeindlichkeit und das HIV/AIDS-Problem. Die dramatische Zunahme dieser brennenden Anliegen fordern uns heraus, gemeinsam mit allen unseren Möglichkeiten diesen zerstörenden Kräften mit größtmöglicher Aufmerksamkeit zu begegnen.

Durch unsere Partnerschaft in Mission und Ökumene haben wir die Möglichkeit, unsere gegenseitige Solidarität zum Ausdruck zu bringen. So können wir in guter Weise miteinander die uns übertragene große und verantwortungsvolle Aufgabe der Verkündigung der Frohen Botschaft erfüllen.

Diese Synodaltagung ist im Namen Jesu Christi zusammengetreten. Ich bete darum, dass die Synode auch sein Werkzeug sein kann. In dem Wissen, dass wir durch Christus zusammengehören, möge unser Bemühen um mehr Gemeinschaft stetig wachsen.

Gott segne Sie.


Bei den Grußworten handelt es sich um nicht redigierte Texte!
 



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