Beschlüsse
6. Tagung der 9. Synode der EKD (4. - 9. November 2001, Amberg)
Charta Oecumenica
Die Synode begrüßt die Charta Oecumenica als Ausdruck einer gewachsenen Gemeinschaft der Kirchen in Europa. Die Charta benennt die von Gott geschenkte Einheit als Grund aller ökumenischen Zusammenarbeit. Sie bringt den Respekt der Kirchen in Europa füreinander und für die besonderen Gaben der unterschiedlichen Traditionen zum Ausdruck. Sie enthält Selbstverpflichtungen auf dem Weg zur sichtbaren Gemeinschaft der Kirchen in Europa.
Die Synode erwartet, dass die Charta Oecumenica (COe) Veränderungen für die Evangelische Kirche in Deutschland und die Kirchen in Deutschland bringen wird. Dies wird geschehen
- im Leben der Gemeinden und Kirchen: wenn sie sich verpflichten, "auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu handeln, wo die Voraussetzungen dafür gegeben sind und nicht Gründe des Glaubens oder größere Zweckmäßigkeit dem entgegenstehen" (COe II, 4.);
- in ihren Gottesdiensten: wenn sie miteinander und füreinander beten;
- in der Weitergabe des Glaubens: wenn sie Mission und Evangelisation als gemeinsame Aufgabe annehmen;
- in der Zusammenarbeit der Kirchen: wenn sie im Rahmen der ACK "in der Kraft des Heiligen Geistes auf die sichtbare Einheit der Kirche Jesu Christi in dem einen Glauben hin (zu) wirken, die ihren Ausdruck in der gegenseitig anerkannten Taufe und in der eucharistischen Gemeinschaft findet sowie im gemeinsamen Zeugnis und Dienst" (COe I, 1.);
- in den Partnerschaften mit den Kirchen in Europa: wenn alle beteiligten Kirchen sich mit der Charta Oecumenica auf dieselben Verpflichtungen ansprechen lassen;
- in der Wahrnehmung Europas: wenn sie ihre Brückenfunktion zu ihren Partnerkirchen nutzen, damit Europa nicht in einen integrierten Westen und einen desintegrierten Osten zerfällt.
Amberg, den 9. November 2001
Der Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland
Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch den Präses der Synode!

