Beschlüsse
6. Tagung der 9. Synode der EKD (4. - 9. November 2001, Amberg)
Beteiligung der Evangelischen Kirche in Deutschland an der Diskussion über die Zukunft der Europäischen Union
Die Synode begrüßt die gegenwärtige Diskussion über die Zukunft der Europäischen Union. Sie erklärt ihre Bereitschaft, als aktiver Partner an diesem Prozess teilzunehmen.
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben auf ihrem Gipfel in Nizza im Dezember 2000 eine breit angelegte Debatte über die Zukunft der Europäischen Union initiiert und eine neue Regierungskonferenz für das Jahr 2004 beschlossen. Die anstehende Erweiterung der Europäischen Union (ggf. 27 Mitgliedstaaten) erfordert institutionelle Neustrukturierungen, die von den Bürgerinnen und Bürgern mitgetragen werden müssen.
Weil sie um die Sorgen und Ängste der Menschen weiß, wird sich die Evangelische Kirche in Deutschland weiterhin für ein Europa einsetzen, in dem nicht nur europäischen Institutionen, sondern auch eine wirkliche europäische Gemeinschaft entsteht.
Dabei will sie insbesondere zur Geltung bringen:
- die religiöse und ethische Dimension des menschlichen Zusammenlebens,
- die Bedeutung der Kirchen und Religionsgemeinschaften,
- die Verpflichtung zu Versöhnung und Frieden,
- die Kultur der Solidarität,
- das Prinzip der Nachhaltigkeit
- den Schutz der Minderheiten und
- die Bekämpfung der Armut.
Die Evangelische Kirche in Deutschland wird weiterhin diese Aufgabe auch zusammen mit ihren ökumenischen Partnern wahrnehmen. Daraus erwächst für sie die Verpflichtung, die Perspektive derer in die Diskussion über die Zukunft Europas einzubringen, die nicht zur Europäischen Union gehören.
Amberg, den 9. November 2001
Der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch den Präses der Synode!

