Grußworte (Auswahl)
7. Tagung der 9. Synode der EKD Timmendorfer Strand, 3. - 8. November 2002
Volker Popp
Bürgermeister von Timmendorfer Strand
Herr Präses,
Frau Bundesministerin,
Frau Landesministerin,
sehr verehrte Mitglieder der Synode,
meine Damen und Herren, liebe Mitgäste,
ich freue mich, Sie hier im Ostseeheilbad auf das Herzlichste zu Ihrer Tagung begrüßen zu können. Dies tue ich im Namen meiner Gemeinde, und ich tue es auch sehr gerne im Namen von Herrn Kreispräsidenten Dr. Berg.
Hier im Kreis Ostholstein befinden Sie sich im fremdenverkehrsintensivsten Kreis der Bundesrepublik. Daran möge man erkennen, dass hier der Gast im Vordergrund steht, der Mensch im Vordergrund steht. Sie haben sich sicherlich zum Tagen eine Jahreszeit ausgesucht, wo die Versuchung, das Tagen mit dem Vergnügen zu verbinden, nicht allzu groß ist.
Als ich das Programm durchlas, habe ich festgestellt, dass am Donnerstag der Abschlussgottesdienst erfreulicherweise bei uns in der Kirche stattfindet. Pastor Vogel freut sich darüber, und auch ich freue mich darüber. Wir hätten uns natürlich auch gefreut, wenn heute Morgen bereits Timmendorfer Strand im Zweiten Deutschen Fernsehen voll ins Bild gerückt worden wäre.
Das war uns leider nicht vergönnt. Dafür haben wir Verständnis. Bei einer solchen Veranstaltung kann man sicherlich an Lübeck nicht vorbeigehen. Lübeck, bereits seit 1160 Bischofssitz, war das Zentrum der ostholsteinischen Christianisierung, und die damals zunächst noch einheitliche Kirche brachte Glanz in den kargen Alltag der Landbevölkerung. Damals begeisterte und faszinierte die christliche Bilderwelt die Menschen in einer damals sonst noch bilderlosen Zeit. Aber ich glaube, Sie sind dennoch in Timmendorfer Strand gut untergebracht, denn der Ruf unseres Ortes gründet sich maßgeblich auf die Kirche. Es war der Pastor Friedrich August Kleist, der im Jahre 1865 hier das erste Haus erbaute, gar nicht weit von diesem Tagungsort hier entfernt, die so genannte Kleist-Kate. Bei seinen unzähligen Spaziergängen an der Ostseeküste - damals hatte ein Pastor noch Zeit - wurde er auf die Besonderheiten des Klimas und auf das wunderschöne Hinterland aufmerksam, und er entschied sich dafür, sich hier sesshaft zu machen. So sind wir zwangsläufig sehr eng mit der Kirche verbunden.
Der Mensch spielt auch bei uns im Tourismusort eine sehr große Rolle. Die Seelsorge im Urlaub nehmen wir sehr ernst und pflegen daher eine sehr enge Partnerschaft mit unserer Kirchengemeinde. Natürlich sind uns auch die Probleme der Kirche vertraut. Ich selbst bin Mitglied der Kirchensynode im Kreis Ostholstein und bekomme die Probleme der Kirche hautnah Jahr für Jahr vor Augen geführt. Wir meinen auch, dass es gelingen müsste, den vielen Urlaubern - bei uns sind es Hunderttausende, wir gehören zu den fünf führenden Bädern in Schleswig-Holstein, was die Anzahl der Gäste und der Übernachtungen angeht - zur Ruhe, Besinnung und Muße zu verhelfen, um zu sich zu finden und sich mit persönlichen Problemen, aber vielleicht auch mit dem Glauben auseinander zu setzen. So müssen wir uns hier in Timmendorfer Strand nicht über leere, verwaiste Kirchen beklagen, sondern wir suchen das Gespräch, wir suchen die Möglichkeit, die vielen Gäste, die vielen Menschen in einem Moment zu erreichen, wo sie die wertvollste Zeit des Jahres hier in Timmendorfer Strand verbringen.
Meine Damen und Herren, wir haben gestern einen leichten Orkan erleben können. Östliche Winde bringen manchmal auch Schäden - das ist nicht zu verhindern -, aber diese Winde führen auch dazu, dass der Kopf klar wird, wenn man dann unten am Strand spazieren geht. Diese Winde führen eben auch zu einem guten Klima. Im übertragenen Sinne wünsche ich Ihnen dieses gute Klima für die nächsten Tage. Ich hoffe, Sie haben auch etwas von dem guten Klima draußen an der Ostseeküste. Ich wünsche Ihnen gute Ergebnisse und heiße Sie noch einmal herzlich willkommen in Timmendorfer Strand.
Bei den Grußworten handelt es sich um nicht redigierte Texte!

