Philosophisches Verständnis von Toleranz, Referat zum Schwerpunktthema, Dr. Elisabeth von Thadden (Auszug)
Berlin, 7. November 2005 (Länge 4:14)
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Das Toleranz-Konzept des Philosophen Rainer Forst bezeichnete Elisabeth von Thadden „im Dickicht diffuser Toleranz-Vorstellungen“ als das einzig sinnvolle. Von Toleranz lasse sich nur reden, wenn man erstens davon ausgehe, dass eine Überzeugung als falsch angesehen werde – sonst würde sie bejaht oder gleichgültig hingenommen, aber nicht toleriert. Es müssten Gründe bestehen, warum das für falsch Gehaltene dennoch zu tolerieren sei. Und drittens müssten Grenzen benannt und klar gestellt werden, dass das Intolerierbare zurückgewiesen und geahndet werde. Der moderne Toleranzbegriff betone den Respekt unter strukturell Gleichen, die wechselseitige Anerkennung von Gesellschaftsmitgliedern und ihrer Rechte. Daraus folge, dass ein Gemeinwesen weltanschaulich neutral sein müsse.

