Beschlüsse
5. Tagung der 10. Synode der EKD, Würzburg, 5. - 9. November 2006
Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie
Beschluss
der 10. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
auf ihrer 5. Tagung
zum
Ausstieg aus der Kernenergie
20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wird der Ausstieg aus der Kernenergie erneut zur Disposition gestellt. Die Synode erinnert in diesem Zusammenhang an ihren Beschluss aus dem Jahr 1987, in dem unmissverständlich festgestellt wurde: "Die nicht mit Sicherheit beherrschbaren Gefahren der gegenwärtigen Kernenergiegewinnung haben zu der verbreiteten Einsicht geführt, dass diese Art der Energiegewinnung mit dem biblischen Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, nicht zu vereinbaren ist. Wir müssen so bald wie möglich auf andere Energieträger umsteigen." Dieser Beschluss wurde 1998 von der Synode bekräftigt. Auch heute fühlt sich die Synode verpflichtet, diese Position erneut in das öffentliche Bewusstsein zu bringen.
Die Synode bittet den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Bundesregie-rung darin zu bestärken, am Ausstieg aus der Kernenergie festzuhalten und zukünftig keine Bürgschaften für den Bau und Export von kerntechnischen Anlagen in andere Länder zu übernehmen. In der Europäischen Union soll die Bundesregierung darauf hinwirken, dass auch auf europäischer Ebene keine weiteren Kernkraftwerke gebaut werden.
Die Synode bittet die Gliedkirchen weiterhin um einen verantwortlichen Umgang mit Energie. Auch auf ökumenischer Ebene möge die EKD dieses Anliegen deutlich vertreten.
Würzburg, den 9. November 2006
Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland

