Grußworte (Auswahl)

5. Tagung der 10. Synode der EKD, Würzburg, 5. - 9. November 2006

Grußwort der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands (schriftlich)

Dr. Matti Repo, Hauptreferent für Theologie

06. November 2006

Sehr geehrte Frau Präses,
hohe Synode,
liebe Schwestern und Brüder!

Es freut mich, Sie ganz herzlich im Namen der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands und ihres Erzbischofs Dr. Jukka Paarma zu grüßen. Es ist meiner Kirche immer eine Freude gewesen, Ihre freundliche Einladung anzunehmen und einen Gast zu Ihrer Synode zu schicken. Leider ist es dem Erzbischof nie gelungen, selber teilzunehmen, weil sich unsere eigene Synode jährlich gerade in derselben Zeit in Finnland trifft.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche hat ihren Vertrag mit der EKD im Jahre 2002 erneuert. Aufgrund dieses Vertrags ist unsere Kirche in Gemeinschaft mit allen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Kirche. Das ist sehr wichtig wegen der Zusammenarbeit unter den Tausenden Finnen in Deutschland, die von 5 Pastoren und Pastorinnen in insgesamt 20 Gemeinden überall im Land betreut werden. Die Finnischen Pfarrer und Gemeinden sind völlig in die jeweiligen Landeskirchen integriert. Die Zusammenarbeit ist gut gelaufen, und wir sind der EKD sehr dankbar für ihre Bemühungen.

Die zahlreichen Zuwanderer, die von verschiedenen Ländern nach Deutschland kommen, bringen immer ihre eigene Sprache, Kultur und Religion mit sich. Die Finnen sind eine kleine Gruppe unter ihnen. Wir aber erleben die ähnliche Herausforderung in unserem eigenen Kontext, und haben dadurch etwas Neues von der Ökumene vor Ort gelernt.

Die sogenannte Porvooer Vereinbarung, die uns zu einer engen Verbindung mit den anglikanischen Kirchen Britanniens und Irlands bringt, ist in den letzten Jahren ein Mittel zur gemeinsamen Mission geworden. Erstens hat der Vertrag es ermöglicht, gemeinsame englische Gottesdienste in verschiedenen Städten zu feiern entweder unter Leitung des anglikanischen Priesters oder des Lutherischen Pastors. Zweitens haben einige Experimente beim Pastoren- und Diakonenaustausch stattgefunden. Und drittens haben einige Gruppen von Ausländern angefangen, sich als anglikanisch-lutherische Gemeinden zu organisieren. Die verschiedenen Zuwanderergruppen aus Asien und Afrika, die von der Evangelisch-Lutherischen Kirche finanziell unterstützt und sowohl geistlich als auch diakonisch betreut werden, können sich nicht als Gemeinden in der Lutherischen Kirche organisieren wegen unseren strikten parochialen Struktur. Aber es ist ihnen möglich, Gemeinde innerhalb der anglikanischen Kirche zu werden, weil jene eine andere Stellung in der Gemeinschaft einnimmt. Eine erste solche Gemeinde hat schon ihr gottesdienstliches Leben unter der gemeinsamen Aufsicht des anglikanischen und des lutherischen Bischofs angefangen. Diese Entwicklung ist bei uns noch am Anfang, wird aber allmählich zunehmen. Es ist zu erwarten, dass sie gute Beispiele der Ökumenischen Mission und Diakonie hervorbringen wird.

Ich freue mich, dass die Evangelische Kirche in Deutschland sich zur Ökumene verpflichtet hat. Ich wünsche der Synode der EKD reichlich Gottes Segen in Ihrer wichtigen Arbeit.

Dr. Matti Repo
Hauptreferent für Theologie



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