Bericht des Rates der EKD, Teil A (mündlich), Kirche im Aufbruch - Dem Evangelium treu, den Menschen nah, Gottes Verheißung zugewandt

7. Tagung der 10. Synode der EKD, Bremen, 02. - 05. November 2008

IV. „Zur Stunde des Aufbruchs sei nicht der Letzte“

(14) Die Reformdebatte der letzten Jahre hat eine Aufbruchsstimmung in vielen kirchlichen Kreisen, in der Mitarbeiterschaft und in kirchlichen Leitungsgremien ausgelöst. Wir wollen die Botschaft von Gottes freier Gnade an alles Volk ausrichten, wie es in der VI. These der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 heißt; deshalb verbinden wir eine bewusste Konzentration auf den Kern unseres Auftrags mit der Orientierung nach außen, hin zu den Menschen, denen das Evangelium fremd geworden ist. Wir wollen dafür bisher vertraute Handlungsformen nutzen, aber auch neue Wege wagen.

Wenn ich für diesen Geist des Aufbruchs ein Wort von Jesus Sirach zitiere, so geschieht dies auch, um dem Präsidenten des Kirchenamts der EKD Hermann Barth eine Freude zu machen, der ein besonderer Fan des Buches Jesus Sirach ist. Es geschieht aber, das gebe ich zu, ebenso aus Freude an der Verfremdung, die bei einem Zitat aus der biblischen Weisheit einmal erlaubt sein mag. Denn das Zitat – in diesem Fall in der Übertragung der Zürcher Bibel wiedergegeben (Jesus Sirach 32,11 bzw. 15) – stammt aus den Anweisungen zum Verhalten des Gastes bei Tische. Er soll nicht als letzter aufbrechen, und er soll das, was er noch am Tisch des Gastgebers vorhatte, bei sich zu Hause tun. „Da magst du reden, was dir in den Sinn kommt, in Gottesfurcht und nicht in Unverstand. Bei all dem preise deinen Schöpfer, der dich mit seinen Gütern labt.“ Eine Aufforderung, bald von der Synode aufzubrechen, werden Sie heute von mir nicht erwarten. Also mag die Aufforderung, beizeiten aufzubrechen, doch auch einmal auf die Bewegung übertragen werden, in der unsere Kirche sich befindet und in der die Grundsätze der Verantwortlichkeit und der Nachhaltigkeit auf unsere Kirche Anwendung finden.

Diese Synode hat im vergangenen Jahr in markanter Weise drei Leitgedanken evangelischen Kircheseins formuliert. In Gottesbegegnung, Lebenserneuerung und Gemeinschaft sehen wir die wesentlichen Dimensionen des kirchlichen Auftrags. Sie kommen in Wort und Tat, im gefeierten Gottesdienst wie in den vielfältigen Formen des Gottesdienstes im Alltag der Welt zur Geltung. Klarheit in der Botschaft, die uns aufgetragen ist, verbindet sich mit der Bereitschaft, genau auf die Fragen der Menschen zu hören und ihren Sehnsüchten auf der Spur zu sein. Dafür wollen wir an Sprachformen und Bildern arbeiten, in denen die Botschaft des Evangeliums prägnant und verstehbar zum Ausdruck kommt. Es werden Orte und Anlässe dafür gesucht, dass Menschen innehalten, das freimachende Wort des Evangeliums aufnehmen, in unserer Kirche Heimat finden und sich für ein Leben gewinnen lassen, das sich der Gottes Güte verdankt und den Menschen verpflichtet weiß. Aus diesem Geist wollen wir aufbrechen, dem Evangelium treu, den Menschen nah, der Verheißung Gottes zugewandt.

(15) Dieser Geist des Aufbruchs ist geprägt durch das Wissen um unsere Herkunft. Der Reformprozess der EKD ist ein geistlicher Prozess, der aus einer Neubesinnung auf die Quellen unseres Glaubens und auf die Vorbilder für die evangelische Gestalt unseres Christseins lebt.

Zu einer solchen Neubesinnung wollen wir dadurch anregen, dass wir in den kommenden Jahren die Quellen, Orte und prägenden Personen der Reformation neu vor Augen stellen. Zu dieser Neubesinnung wollen wir aber auch dadurch ermutigen, dass die Aufmerksamkeit beispielhaft auf Menschen unserer Zeit gelenkt wird, die sich um die evangelische Kirche in herausragender Weise verdient gemacht haben. Deshalb soll die Martin-Luther-Medaille der Evangelischen Kirche in Deutschland bis zum Reformationsjubiläum 2017 einmal jährlich an evangelische Christen mit besonderen Verdiensten um den deutschen Protestantismus verliehen werden. Vorschlagsberechtigt sind die Mitglieder der Synode und der Kirchenkonferenz. Den ersten Preisträger der Martin-Luther-Medaille, Klaus-Peter Hertzsch, haben wir am Reformationstag im Berliner Dom ausgezeichnet; dazu gratuliere ich – sicherlich auch im Namen aller hier Versammelten – sehr herzlich.

(16) Mit der Verleihung der Martin-Luther-Medaille wird zugleich die Bedeutung des Reformationstages gestärkt. Der Reformationstag ist für uns in der Evangelischen Kirche in Deutschland ein Tag von grundlegender Bedeutung. Er erinnert an die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers an der Tür der Wittenberger Schlosskirche. Damit ist er das herausragende Symbol für den Beginn eines Zeitalters umfassender Reformen in allen Bereichen des kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens. Im Reformationstag bündelt sich das Wissen um die Freiheit und die Verantwortung des Menschen. Seine Bedeutung reicht weit über den Bereich der evangelischen Kirche hinaus. Der Reformationstag sollte wie in manchen Bundesländern schon üblich bundesweit als ein gesetzlicher Feiertag anerkannt werden.

(17) Zwei weitere Instrumente der Vergewisserung der Quellen unserer Kirche will ich in diesem Zusammenhang nennen. Zum einen sind die Vorbereitungen dafür getroffen, zum 1. Januar 2009 die öffentlich-rechtliche „Stiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Wahrnehmung gesamtkirchlicher Verantwortung in Wittenberg (Evangelische Wittenbergstiftung)“ mit Sitz in der Lutherstadt Wittenberg einzurichten. Diese Stiftung dient in besonderer Weise der Wahrung und Weitergabe des  reformatorischen Anliegens Martin Luthers. Das soll vor allem durch eine verstärkte Nutzung der Schlosskirche sowie durch Begegnungs- und Bildungsarbeit geschehen. Der Rat ist sehr dankbar dafür – und ich bringe diesen Dank gern vor Synode und Kirchenkonferenz zum Ausdruck – , dass zusätzlich zu dem Kapitalstock von rund 1,3 Millionen Euro Zustiftungen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro von Seiten der Gliedkirchen und der gliedkirchlichen Zusammenschlüsse zugesagt sind. Wobei hier eindeutig gilt: Mehr ist besser als weniger!

(18) Zum andern möchte ich eine Verabredung in die Öffentlichkeit tragen, mit der wir in der Gemeinschaft der Gliedkirchen ein Verfahren zur gemeinsamen Klärung von grundlegenden Fragen entwickelt haben, die sich aus der Bekenntnisbindung unserer Kirchen ergeben. Es soll zur vorlaufenden Beratung und Verständigung in wesentlichen Fragen des kirchlichen Lebens und Handelns für den Fall dienen, dass die Bekenntnisgrundlage tangiert ist. Ich freue mich über diese Verabredung und Selbstverpflichtung. Und ich danke der Evangelischen Kirche im Rheinland dafür, dass sie dieses vorlaufende Verfahren schon in diesem Jahr exemplarisch in Gang brachte, also bereits bevor es von allen beschlossen war. So wird die Geschlossenheit und Einmütigkeit der Gliedkirchen der EKD in besonderer Weise gefördert.

(19) Die Synode hat im vergangenen Jahr weitreichende Perspektiven entwickelt und weiterführende Prozesse angestoßen. Programmatisch hat sie erklärt: „’evangelisch Kirche sein’ heißt, das gemeinsame Reden, Handeln und Leiten zu stärken.“ Diese Gemeinschaft im Reden, Handeln und Leiten gründet im Hören auf Gottes Wort und in der Treue zum Evangelium der Freiheit, das durch die Reformation in neuer Weise herausgestellt wurde. Das ist die erste und wichtigste Orientierung, die uns miteinander verbindet. Diese Gemeinschaft im Reden, Handeln und Leiten vollzieht sich zweitens darin, dass wir darauf achten, was die Menschen brauchen und von uns erwarten. Dabei haben wir diejenigen, denen der Kontakt zum Evangelium verloren gegangen ist, genauso im Blick wie die Kirchenverbundenen und die Kirchendistanzierten. Diese Gemeinschaft im Reden, Handeln und Leiten zeigt sich schließlich darin, dass wir uns der Zukunft zuwenden und Verantwortung wahrnehmen für die Grundlagen, auf denen eine nächste Generation aufbauen kann. Verantwortlichkeit und Nachhaltigkeit, das Bebauen und Bewahren sind die Grundsätze, die unser gemeinsames Handeln prägen.

(20) Rat und Kirchenkonferenz der EKD haben sich hierzu auf drei Felder verständigt, auf denen ergänzend zu den Angeboten und Reformbewegungen in den Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen besondere Anstrengungen auf der Ebene der EKD unternommen werden sollen. Wir wollen das Bewusstsein für die Qualität in den Kernbereichen des kirchlichen Handelns – insbesondere im gottesdienstlichen Bereich – stärken, die missionarisch-einladende Arbeit ausbauen und das Aufgabenfeld „Führen und Leiten“ verstärkt in den Blick nehmen.

Für die exemplarische Bearbeitung dieser drei Themenfelder sollen Zentren eingerichtet werden, in denen besondere Reforminitiativen mit Ausstrahlung in die Gemeinschaft der Gliedkirchen hinein vorangetrieben werden. An der Qualität im gottesdienstlich-liturgischen Bereich soll durch ein Zentrum für Qualitätsentwicklung (besonders in Gottesdienst und Kasualien) in Hildesheim und – darauf abgestimmt und damit verbunden – durch ein evangelisches Zentrum für Predigtkultur in Wittenberg gearbeitet werden. Für die Verstärkung der missionarisch-einladenden Arbeit soll sich ein Zentrum für missionarisches Handeln in der Region einsetzen, das am Standort Dortmund in Kooperation mit dem Standort Stuttgart sowie mit dem Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG) in Greifswald eingerichtet wird. Als Zentrum für das Aufgabenfeld „Führen und Leiten“ soll die Führungsakademie für Kirche und Diakonie in Berlin tätig werden.

Diese Zentren werden vorhandene Initiativen sammeln und sichten, durch Beratungsprozesse miteinander vernetzen, gute Ansätze entwickeln und kommunizieren sowie Multiplikatoren für solche Ansätze fortbilden. Wie im ganzen Reformprozess so soll auch hier ein Höchstmaß an Transparenz angestrebt werden. Jeder Interessierte und Engagierte soll die Möglichkeit haben, sich an eines dieser Zentren zu wenden, wenn eine Frage oder eine gute Idee, eine Perspektive oder ein Problem zu den Themen von Qualität, Mission oder Leitung auftaucht. Ich bin sehr froh darüber, dass der Entscheidungsprozess über die Bildung dieser Zentren zügig und einvernehmlich abgeschlossen wurde. Die Gründungsbeiräte sind berufen; die konkrete Arbeit beginnt.

(21) Dabei zeigt sich eine Entwicklungstendenz, die alle drei Schwerpunktthemen – Qualität in Gottesdienst und Kasualien, missionarische Initiativen sowie Führen und Leiten – in gleicher Weise berührt. Als wichtige Ebene, auf der Reformprozesse angestoßen und gestaltet werden können, erweist sich in immer stärkerem Maß die kirchliche Region. Weder können die Ortsgemeinden für sich allein solche Reformprozesse in Gang setzen; noch entspräche es evangelischem Selbstverständnis, Reformen durch eine Normierung von oben her zu implementieren. Die stärkste Kraft kann vielmehr davon ausgehen, dass kirchliche Lebensräume – in Entsprechung zu Sozialräumen gedacht, an die etablierte Struktur von Kirchenkreisen beziehungsweise Dekanaten anknüpfend – gemeinsam planen, wie sie die Menschen in ihrer Region am besten erreichen und ihnen das Evangelium nahe bringen können. In solchen Regionen besteht auch die Möglichkeit, dass die beteiligten Gemeinden und kirchlichen Orte ihr jeweiliges Profil einbringen, um so unterschiedlichen Adressatengruppen einen jeweils angemessenen Ort zu bieten. Damit die Regionen diese Schlüsselfunktion für den Reformprozess wahrnehmen können, bedürfen sie der Unterstützung, beispielsweise in der Aufarbeitung geeigneter Modelle, in der Vermittlung von Beispielen guter Praxis, in der Weitergabe von Methoden zur Gestaltung von Reformprozessen. Um dieser Aufgabe willen richten wir die geschilderten Zentren in Hildesheim und Wittenberg, in Dortmund zusammen mit Stuttgart und Greifwald sowie in Berlin ein. Damit ist ein wichtiger Schritt im Reformprozess auf der Ebene der EKD vollzogen, für dessen Vorbereitung ich allen Beteiligten, insbesondere dem Reformbüro und der Steuerungsgruppe für den Reformprozess, sehr herzlich danke.

(22) Zum Thema missionarischer Initiativen ist ein weiteres Vorhaben gesondert zu nennen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Arbeitsgemeinschaft Missionarischer Dienste (AMD) die Bildungsinitiative „erwachsen glauben“ auf den Weg gebracht hat. Die AMD hat dafür eine Projektstelle eingerichtet, von der aus der Kontakt zu anderen Bildungsinitiativen gesucht wird. Glaubenskurse werden von der AMD gesichtet, aufbereitet und bereitgestellt, die sich jeweils in unterschiedlichen Milieus bewährt haben. Zudem werden Beraterinnen und Berater eingesetzt, die jede interessierte Kirchengemeinde darin unterstützen, ein solches Angebot auch umzusetzen. Im Rahmen des Reformprozesses sollte es unser gemeinsames Anliegen sein, das Gespräch über den Glauben zu einem Regelangebot in jeder Region zu machen.

(23) Reformprozesse ergreifen auch die Regionalstruktur unserer Kirche im Ganzen. Beispielhaft dafür erinnere ich daran, dass die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland schon in wenigen Wochen, zum 1. Januar 2009, gebildet wird; und ich stelle mit großem Respekt fest, dass die Vorbereitungen für die Bildung einer Nordkirche in bemerkenswerten Schritten vorankommen.

Aber nicht nur an die Regionalstruktur unserer Kirche ist in solchen Zusammenhängen zu denken, sondern auch an die Gestaltung der großen Gemeinschaftsaufgaben. Zu ihnen gehört der Entwicklungsdienst, von dem ich vorhin schon gesprochen habe, also die weltweite Diakonie ebenso wie die Diakonie im eigenen Land. In den letzten Monaten, Wochen und Tagen haben alle zuständigen Gremien der geplanten Zusammenführung von Diakonie und Entwicklungsdienst im „Evangelischen Zentrum für Entwicklung und Diakonie“ zugestimmt. In dieser Zusammenführung, die bis zum Jahr 2013 erfolgen soll, sehe ich einen sehr weittragenden Schritt, den ich mit großem Respekt und voller Dankbarkeit begleite. Damit wird auch die Zusammenführung des Evangelischen Entwicklungsdienstes und der Aktion „Brot für die Welt“ vollzogen, die schon in der vorangehenden Synodalperiode von vielen dringlich gewünscht wurde. Dass dies nun von allen Seiten gewollt wird, sieht man bereits an der Bezeichnung der beiden Säulen, aus denen das künftige „Evangelische Zentrum für Entwicklung und Diakonie“ bestehen wird: „Brot für die Welt - der Evangelische Entwicklungsdienst“ sowie „Diakonie Deutschland - der Bundesverband“. Dass die weltweite armutsorientierte Diakonie und die Diakonie im eigenen Land zusammen Ausdrucksformen einer solidarischen Kirche sind, die sich der Kultur des Helfens verpflichtet weiß, erhält nun institutionelle Gestalt. Ein kirchliches Ethos, das sich am Leitbild des barmherzigen Samariters ausrichtet, gewinnt ein erkennbares institutionelles Gesicht.

(24) Lassen Sie mich ein weiteres Beispiel für erfreuliche Entwicklungen in unserer Kirche anschließen. Aus Anlass der im Januar 2009 bevorstehenden hundertsten Ausgabe des Magazins chrismon will ich die Erfolgsgeschichte dieser in Form und Inhalt überzeugenden evangelischen Stimme würdigen.

Seit acht Jahren baut chrismon für den deutschen Protestantismus eine Brücke in Milieus hinein, in denen die Gottesfrage über Jahrzehnte hin kein Gesprächsthema war. Mit einer Auflage von knapp 1,6 Millionen Exemplaren erreicht dieses evangelische Magazin mit jeder seiner Ausgaben verlässlich mehr als eine Million Leserinnen und Leser. Die gründlich erhobenen und ausgewerteten Daten der Leserforschung zu chrismon liegen jetzt vor. Wir können mit Gewissheit sagen: Meinungsführer, Eliten, Entscheider lernen die evangelische Kirche über die Lektüre von chrismon als weltzugewandte, kulturell offene Kraft des christlichen Glaubens neu schätzen. Sie erkennen, dass die christliche Botschaft mit ihren persönlichen Fragen und Überzeugungen als Menschen der Modeme zu tun hat. Sie erfahren, dass das Wort von der „Kirche der Freiheit“ eine Einladung zum offenen Gespräch über die Möglichkeiten und Grenzen menschlichen Handelns im Licht der Wahrheit Gottes bildet.

Der Weg des Magazins chrismon unterstreicht im Übrigen, dass die kulturelle Prägekraft evangelischen Christseins am besten wirkt, wenn sie das Qualitätsbewusstsein der Menschen ernst nimmt.

Ich bin davon überzeugt – das sage ich auch im Namen meiner Mitherausgeber Margot Käßmann, Johannes Friedrich und Hermann Gröhe –, dass sich das große finanzielle Engagement unserer Kirche für dieses Projekt durch den publizistischen Erfolg von chrismon rechtfertigt. Heute können wir darüber hinaus feststellen, dass die Integration von chrismon und seinem Verlag in das Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik erfolgreich gelungen ist.

(25) In unserer evangelischen Kirche gibt es zahlreiche gute Erfahrungen mit gelingender Praxis und missionarisch einladender Arbeit. Deshalb freue ich mich darüber, dass am Reformationstag die Internetplattform „Kirche im Aufbruch“ freigeschaltet wurde. Sie präsentiert Beispiele guter Praxis aus dem Alltag kirchlicher Arbeit und trägt sie in die Breite von Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und Landeskirchen. Ich bin gewiss, dass sie damit die Gemeinschaft untereinander und den geistlichen Aufbruch, der sich an vielen Orten im Bereich der EKD vollzieht, weiter fördert, bestärkt und bereichert.

Gewiss lässt sich einwenden: Internetplattform in allen Ehren, aber personal erfahrbar werden neue Ideen durch sie nicht. Dazu muss man sich unmittelbar begegnen. Das stimmt. Deshalb lädt der Rat vom 24. bis 26. September 2009 nach Kassel zur Zukunftswerkstatt der EKD ein. Diese „Reform-Fachmesse“ wird eine Plattform dafür bieten, Beispiele guter Praxis darzustellen und sich über kreative Ideen aus jeweils anderen Regionen zu informieren. Ich bin davon überzeugt: Die Tage in Kassel werden nicht nur eine „Fachmesse“, sondern zugleich ein zuversichtliches Zeichen des Aufbruchs in unserer Kirche werden.

Der Geist des Aufbruchs soll nicht nur diese Zukunftswerkstatt prägen, sondern den Weg unserer Kirche insgesamt – dem Evangelium treu, den Menschen nah, der Verheißung Gottes zugewandt. Denn davon bin ich überzeugt: Je überzeugender, berührender, lebendiger, auch einfallsreicher und klarer wir das Evangelium bezeugen und von der Barmherzigkeit Gottes sprechen, desto mehr tragen wir dazu bei, dass in unserer Welt Verantwortung und Nachhaltigkeit bestimmend werden.



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