Beschlüsse

2. Tagung der 11. Synode der EKD, Ulm, 25. bis 29. Oktober 2009

Beschluss zum Klimawandel

Beschluss

der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

auf ihrer 2. Tagung

zum

Klimawandel

(1) Die Synode bittet den Rat der EKD, gegenüber der Bundesregierung nachdrücklich dafür einzutreten, dass Deutschland seine nationale und europäische klimapolitische Verantwortung anerkennt. Die Bundesregierung möge sich daher bei der bevorstehenden 15. UNFCCC Vertragsstaatenkonferenz in Kopenhagen verbindlich verpflichten,

– die Treibhausgasemissionen Deutschlands bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Basisjahr 1990 um mindestens 40% zu reduzieren, wobei die Reduktion weitestgehend durch Einsparungen in Deutschland selbst erfolgen soll und sogenanntes „Off-Setting“ (d.h. die Anrechnung von Einsparungen, die vermittels deutscher Finanzierung in Entwicklungsländern erbracht werden) nicht wesentlich auf die Minderungsziele angerechnet werden sollte;

– sich auf nationaler und internationaler Ebene in einer der wirtschaftlichen Leistungs-fähigkeit entsprechenden Form an den Kosten zu beteiligen, die für Anpassungs-maßnahmen in vom Klimawandel betroffenen Entwicklungsländern heute und künftig anfallen, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels abzufedern, um Katastrophenrisiken durch Prävention zu reduzieren, um Versicherungsinstrumente zum Schutz vor Klimarisiken etwa für die Landwirtschaft einzuführen und um die Verwirklichung der elementaren Menschenrechte wie etwa die Rechte auf Nahrung, Wasser, Wohnen und Gesundheit nicht klimabedingt zu gefährden;

– in enger Abstimmung mit den betroffenen Ländern – etwa der Südpazifikregion – geeignete Maßnahmen zu ergreifen und finanzielle Mittel bereit zu stellen, damit Menschen, deren Existenzgrundlage durch den Klimawandel so stark gefährdet wird, dass Anpassungsmaßnahmen keinen Schutz mehr bieten, entschädigt werden und ihnen neue Lebensperspektiven ermöglicht werden.

– Die für die o.g. Maßnahmen zu Klimaschutz, Anpassung, Kompensation und Rehabilitation in Entwicklungsländern notwendigen Mittel  zusätzlich zu den zugesagten Mitteln für die Entwicklungszusammenarbeit (ODA) bereitzustellen.

(2) Die Synode bestätigt die Landeskirchen in ihren vielfältigen Aktivitäten zum Klimaschutz, insbesondere zur Reduktion von CO 2 Emissionen. Sie bittet alle Landeskirchen, dazu ehr-geizige und wirksame Selbstverpflichtungen einzugehen und umzusetzen.

Die Synode begrüßt die internationale Kampagne „Countdown to Copenhagen“ und ruft die Mitgliedskirchen dazu auf, auf allen Ebenen diese Kampagne besonders zu unterstützen.

Ulm, 29. Oktober 2009

Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland

Katrin Göring-Eckardt

Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch die Präses der Synode!



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